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01.07.2011 |Oralchirurgie

Nachblutung bei Marcumar-Patienten: Oft insuffiziente Wundversorgung

Entgegen der aktuellen wissenschaftlichen Stellungnahme der DGZMK [1] erfolgt nach oralchirurgischen Eingriffen bei Patienten unter Therapie mit Antikoagulantien häufig keine suffiziente Wundversorgung durch Wundnaht. Hieraus resultieren neben der psychischen Belastung des Patienten auch gesundheitliche Risiken durch Bluttransfusionen und erneuten Eingriff sowie teils erhebliche Kosten für das Gesundheitssystem und eine erhöhte Arbeitsbelastung für das diensthabende Personal. Oft führen viele vermeidbare Faktoren zu einer Nachblutung - die allerdings auch von diagnostischem Wert sein kann, berichten Voigt et al.  

 

In einem Zeitraum von 24 Monaten stellten sich an der Berliner Charité insgesamt 152 Patienten mit Nachblutung nach ambulanter Zahnextraktion vor. Die häufigste Ursache der Nachblutung war bei 92 Prozent der untersuchten Patienten eine komplett fehlende oder insuffiziente Nahtversorgung der Extraktionsalveolen, in 64 Prozent wurden erhöhte Blutdruckwerte über 150 mm Hg gemessen. In diesen Fällen wurden häufig nicht eingenommene Medikation, nächtliche Blutdruckspitzen und unbehandelte arterielle Hypertonie festgestellt. [2] 

 

Praxistipp von Dr. Alexander Voigt, Charité Berlin

Die konsequente Umsetzung der wissenschaftlichen Stellungnahme ist Grundlage zur Vermeidung von Nachblutungen. Das Auftreten von Nachblutungen kann aber auch Hinweise auf behandlungsbedürftige Erkrankungen geben. Es besteht ein erhöhter Aufklärungs- und Nachsorgebedarf der chirurgisch tätigen Disziplinen. 

 

  • [1] Stellungnahme der DGZMK: Zahnärztliche Chirurgie & Antikoagulanzien, V 2.0 Stand 7/2001
  • [2] A Voigt et al.: Häufigkeit und Ursache von interventionsbedürftigen Nachblutungen nach ambulanter Zahnentfernung bei gerinnungskompromittierten Patienten - eine prospektive Untersuchung zur Evaluation psychischer, chirurgischer und allgemeinmedizinischer Begleitumstände. 61. Jahreskongress der DGMKG, Bamberg, 16.-18. Juni 2011

 

Volltext 

[1] http://www.dgzmk.de/uploads/tx_szdgzmkdocuments/Zahnaerztliche_Chirurgie_bei_Patienten_mit_Antikoagulanzientherapie.pdf  

Quelle: Ausgabe 07 / 2011 | Seite 15 | ID 146423