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  • 01.06.2006 | Allgemeine Zahnheilkunde/Kinderzahnheilkunde

    Kariöse Milchzähne: Füllungstherapie oder Hall-Therapie mit Metallkronen?

    Nach wie vor werden kariöse Milchzähne in vielen Fällen nicht behandelt. Dies ist um so erstaunlicher, als für die Füllungstherapie in den letzten Jahren erfolgreiche Konzepte vorgestellt wurden.  

     

    Neue Techniken und Materialien mit verbesserten ästhetischen und werkstoffkundlichen Eigenschaften ermöglichen eine defektorientierte und minimalinvasive Therapie auch im Seitenzahnbereich. Beachten Sie: Der Transfer von in der zweiten Dentition bewährten Techniken auf die erste Dentition ist allerdings wegen der morphologischen Unterschiede und der sehr unterschiedlichen Kooperation der Kinder nur begrenzt möglich!  

     

    Auf Grund der positiven klinischen Ergebnisse stellen für Krämer und Frankenberger Kompomere heute für die Füllungstherapie im Front- und Seitenzahnbereich der ersten Dentition das Mittel der Wahl dar [1]. Wenn die Compliance schlecht ist, sollten Glasionomerzemente der adhäsiven Versorgung vorgezogen werden, um zumindest Zeit zu überbrücken. Je nach Mitarbeit der Kinder und Defektgröße sollte an eine alternative Versorgung gedacht werden: Bei größeren Defekten empfiehlt es sich, Milchzähne mit konfektionierten Kronen zu versorgen.  

    Neue Methode: die Hall-Technik

    Evans et al. stellten bereits im Jahr 2000 die so genannte „Hall-Technik“ (benannt nach dem Erfinder, einem Allgemeinzahnarzt aus Aberdeen in Schottland) vor: Es werden ohne Lokalanästhesie und ohne vorherige Kariesentfernung sowie ohne jegliche Präparation des Zahnes vorgefertigte Metallkronen zementiert. Indiziert ist diese Technik bei primären Molaren, bei denen die Schädigung durch (Approximal)Karies bis ins Dentin reicht [2].