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  • 28.04.2010 | Allgemeine Zahnheilkunde

    Prophylaktische Endo bei Trauma: Nicht leitliniengerecht, aber erfolgreich

    Schweizer Wissenschaftler hatten Erfolg mit einer prophylaktischen Endo-Therapie beim Zahntrauma bleibender Zähne.[1] Dieses Konzept der frühzeitigen Therapie bei gravierenden Fällen unterscheidet sich von den Therapierichtlinien, welche 2007 von der International Association of Dental Traumatology (IADT) veröffentlicht wurden. Eine endodontische Behandlung wird dort nur nach einer Pulpanekrose empfohlen, nicht aber als prophylaktische Maßnahme. [2]  

     

    Die Wissenschaftler der Universität Bern bewerteten die Heilung der Pulpa und des Parodonts von 32 bleibenden Zähnen mit horizontalen Wurzelfrakturen nach Zahntrauma. Wurzelfrakturierte Zähne mit gelockertem oder disloziertem koronalem Fragment wurden reponiert und bis 49 Tage geschient. 13 Zähne (41 Prozent) waren innerhalb von zwei Wochen wegen starker Verlagerungen des koronalen Fragments prophylaktisch endodontisch behandelt worden.  

     

    Die Nachsorge erfolgte bis zu sieben Jahre nach Trauma. Von 32 wurzelfrakturierten Zähnen überlebten 29 Zähne. Zehn Zähne zeigten eine Heilung der Pulpa. Am Frakturspalt manifestierte sich Interposition von kalzi?ziertem Gewebe bei sechs Zähnen und Interposition von Granulationsgewebe bei acht Zähnen. Die Prognose der wurzelfrakturierten Zähne war gut, ein Drittel der Zähne mit Wurzelfrakturen zeigte bei der Abschlusskontrolle eine vitale Pulpa.  

     

    • [1] A B Wölner-Hanssen et al.: Bleibende Zähne mit horizontalen Wurzelfrakturen nach Zahntrauma. Schweiz Monatsschr Zahnmed (2010) 120: 207-212
    • [2] M T Flores et al.: Guidelines for the management of traumatic dental injuries. Avulsion of permanent teeth. Dental Traumatology (2007) 23: 130-136