· Fachbeitrag · Führungskultur
Kognitive Verzerrungen als Führungsrisiko
von RA/FA StR Dr. Dario Arconada, LL.M. (Taxation), Hannover
Wer eine Kanzlei führt, hat viele Dinge zu entscheiden, aber in der Regel nur wenig Zeit dafür. Auch wer von sich glaubt, ein rationaler Entscheider zu sein, nimmt dann so allerlei „gedankliche Abkürzungen“. Für Entscheider ist es daher von besonderer Bedeutung, die oft unbewussten kognitiven Verzerrungen zu kennen, die Entscheidungen in der Kanzleiführung beeinflussen können. Durch das Verständnis dieser Phänomene können Steuerberater ihre Entscheidungsprozesse optimieren, Haftungsrisiken minimieren und die Qualität ihrer Beratung signifikant verbessern.
Schnelles und langsames Denken
Als Daniel Kahneman mit seinem Werk „Thinking, Fast and Slow“ die Unterscheidung zwischen zwei Denksystemen popularisierte, war dies mehr als eine psychologische Theorie. Es war und ist eine fundamentale Infragestellung des Leitbilds vom rational entscheidenden Profi. Gerade in wissensintensiven Berufen wie der Steuerberatung. Die zentrale Erkenntnis: Ein Großteil unserer Urteile entsteht intuitiv, schnell und unbewusst. Analytisches, bewusstes Denken wird nur dann aktiviert, wenn wir es aktiv einschalten – oder wenn äußere Umstände uns dazu zwingen. Für die Kanzleiführung bedeutet das: Qualität, Risikomanagement und strategische Entscheidungen sind nicht nur Fachfragen, sondern auch Fragen der Entscheidungsarchitektur.
System 1 und System 2 – Relevanz für Beratung und Führung
Unterscheidung nach Kahneman | |
System 1 | System 2 |
|
|
Möchten Sie diesen Fachbeitrag lesen?
Kostenloses KP Probeabo
0,00 €*
- Zugriff auf die neuesten Fachbeiträge und das komplette Archiv
- Viele Arbeitshilfen, Checklisten und Sonderausgaben als Download
- Nach dem Test jederzeit zum Monatsende kündbar
* Danach ab 16,60 € / Monat
Tagespass
einmalig 10 €
- 24 Stunden Zugriff auf alle Inhalte
- Endet automatisch; keine Kündigung notwendig