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Gebührenrecht

Risiken des Steuerberaters bei der Abrechnung von Buchführungsarbeiten nach § 33 Abs. 4 StBGebV

von StB Horst Meyer, Lüneburg

Gemäß § 33 Abs. 4 StBGebVerhält der Steuerberater für die Buchführung nach vomAuftraggeber erstellten Eingaben für die Datenverarbeitung und mitbeim Auftraggeber eingesetzten Datenverarbeitungsprogrammen desSteuerberaters – neben der Vergütung für dieDatenverarbeitung und für den Einsatz derDatenverarbeitungsprogramme – eine Monatsgebühr von 1/20 bis10/20 einer vollen Gebühr nach Tabelle C.

Es handelt sich um die Mandate, bei denen derAuftraggeber die Belege kontiert und Datenträger (bzw.Buchungslisten) erstellt. Diese werden vom Steuerberater in der EDVverarbeitet, d.h. die Buchführung wird von ihm erstellt. In derPraxis sind die Formen dieser Zusammenarbeit unterschiedlich.Nachstehend soll von den nicht gerade seltenen Fällen die Redesein, in denen der Mandant die von ihm erstellten Datenträgerdirekt an ein Rechenzentrum des Steuerberaters weiterleitet (Beispiel„auswärtige Beraternummer“). Die ausgedruckteBuchführung wird ebenso unmittelbar vom Rechenzentrum an denMandanten übersandt, so dass der Steuerberater in dieser Phasekeine Tätigkeit entfaltet.

Welche Probleme ergeben sich?

Steht dem Steuerberater in einem solchen Fallüberhaupt eine Gebühr nach § 33 Abs. 4 StBGebV zu?Handelt es sich sogar um eine gewerbliche Tätigkeit mit derGefahr, dass bei Nichttrennung von der übrigen freiberuflichenTätigkeit die Gesamttätigkeit als gewerblich anzusehen ist?Die Beantwortung dieser Fragen hängt vom erteilten Auftrag ab:

  • Hat der Steuerberater kein Mandat zur Buchführung, sondernstellt er nur eine Rechnerleistung zur Verfügung, so handelt essich nicht um eine steuerberatende Tätigkeit, sondern um eine gewerbliche Leistung,die nach § 57 Abs. 2 und 4 StBerG berufsrechtlich unzulässigist. Eine Gebühr nach § 33 Abs. 4 StBGebV steht ihmdafür deshalb nicht zu.
  • Besteht jedoch der Auftrag in der „Erstellung einerBuchführung nach vom Auftraggeber erstellten Datenträgern(oder Buchungslisten)“, so trägt der Steuerberater auch dieVerantwortung für die Buchführung. Er verletzt seineallgemeinen Berufspflichten nach § 57 StBerG, wenn er neben derreinen zur Verfügungstellung der Programme und Eingabemittel keineweiteren Leistungen erbringt. Zur Erstellung einer Buchführungdurch den Steuerberater gehört, dass er die Buchungenüberwacht und Fehler beseitigt, dass er bei der Gestaltung desBuchführungssystems mitwirkt (sofern notwendig), dass er beiZweifelsfragen berät und sonstige anfallende Arbeiten inZusammenhang mit der Buchführung erledigt. Dieses sind diewesentlichen freiberuflichen Aufgaben des Steuerberaters, welche dieGebühr des § 33 Abs. 4 StBGebV überhaupt erstauslösen.

Wie der Steuerberater die unter Punkt 2genannten Aufgaben erfüllt, obliegt seinempflichtgemäßen Ermessen. Er kann dies monatlich oder inanderen Zeitabschnitten erledigen, wobei Umfang und Qualität dervom Auftraggeber eingereichten Unterlagen von Bedeutung sein werden.Eines aber ist sicher: Der Steuerberater muss min-destens Kopien derBuchführungsunterlagen zur Verfügung haben, um in diesemSinne tätig werden zu können.

Praxishinweise

  • Bringen Sie in derAuftragsvereinbarung deutlich zum Ausdruck, dass Sie „dieBuchführung nach vom Auftraggeber erstellten Datenträgern,Buchungslisten o.ä.“ anfertigen sollen.
  • BezeichnenSie die von Ihnen in diesem Zusammenhang zu erfüllenden Pflichtenmöglichst genau, und zwar hinsichtlich der Art IhrerTätigkeit und hinsichtlich der zeitlichen Intervalle.
  • Wirddie vom Rechenzentrum ausgedruckte Buchführung jeweils direkt anden Mandanten übersandt, dann sorgen Sie dafür, dass siejeweils zeitgleich Kopien erhalten.

Quelle: Kanzleiführung professionell - Ausgabe 04/2001, Seite 59

Quelle: Ausgabe 04 / 2001 | Seite 59 | ID 104291