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·Fachbeitrag ·Trendbericht

Trends: 3D-Druck und Hochleistungskunststoffe

| Eine der größten Veränderungen in der Zahntechnik ist sicherlich die EDV-gestützte Herstellung von Zahnersatz vom virtuellen Abdruck bis hin zum Fräsen oder Drucken der Werkstücke. In Zukunft wird sich die Herstellung von Zahnersatz wohl weiter weg von der Guss- hin zur Frästechnik und zum 3D-Druck von Hochleistungskunststoffen bewegen. |

3D-Druck aus Flüssigkunststoff

Tischgeräte - nicht größer als ein Computerdrucker - können im Stereolithografieverfahren bereits weiche Kunststoffe dreidimensional aufbauen. Durch die lasergesteuerte Lichtpolymerisation lassen sich jetzt schon Modelle, Schienen und Bohrschablonen fertigen: Der Laser härtet flüssigen Kunststoff punktgenau mit Genauigkeiten von 50 µm und weniger aus. Auf der Dentalmesse IDS in Köln im März stellten einige Anbieter - u. a. die Kunststoff-Spezialisten DMG und VOCO - solche Geräte vor. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch Table Tops und Provisorien oder auch definitive Kunststoffkronen dreidimensional im Labor oder in der Praxis ausgedruckt werden.

PEEK und PEKK

Eine der Hoffnungen des dentalen 3D-Drucks ruht auf farblich optimierten Werkstoffen, z. B. von Hochleistungskunststoffen. Fallbeispiele zeigen bereits jetzt: Eine implantatgetragene Oberkiefertotalprothese kann durchaus im 3D-Druck aus PEEK (Polyetheretherketon) gefertigt werden. Kunststoff-Verblendschalen verleihen ihr eine ansprechende Ästhetik. Zu den Gerüstwerkstoffen der Zukunft könnte auch PEKK (Polyetherketonketon) gehören, insbesondere weil es in Kombination mit einem Verblendkomposit ähnliche Eigenschaften aufweist wie verblendetes Zirkonoxid.

Die ORMOCERE kommen wieder

Und auch die Ende der 1990er-Jahre in Misskredit geratene Materialgruppe der ORMOCER®e ist wieder aktuell: Die vom Fraunhofer ISC entwickelten biokompatiblen (Nano-)Hybridkomposite werden bereits seit Jahren erfolgreich in der restaurativen Zahnmedizin eingesetzt. Sie weisen eine hohe Biege-, Bruch- und Verschleißfestigkeit sowie eine entsprechende Härte auf. Zudem kann die Farbe und Transluzenz an die des natürlichen Zahns angepasst werden. Aufgrund dieses Eigenschaftsprofils eignen sich Hybridkomposite auch zur Herstellung von ausgehärteten Kompositblöcken.

 

Darüber hinaus kann das Material computerunterstützt direkt in der Zahnarztpraxis im sogenannten Chairside-Verfahren gefräst und dem Patienten in einer einzigen Sitzung eingesetzt werden. Das Würzburger Fraunhofer-Institut forscht gerade an einer Methode, diese Blöckchen vollautomatisiert und kostengünstiger herzustellen.

Quelle: Ausgabe 05 / 2017 | Seite 16 | ID 44606764