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  • ·Diabetestest

    Hyperglykämie chairside erkennen

    Bild:©Gerd Altmann - pixabay.com

    | Diabetes und Parodontitis stehen in enger Wechselbeziehung und beeinflussen sich gegenseitig ungünstig. Zahnärzte könnten bei Parodontitis-Patienten mit einfachen Tests direkt am Patientenstuhl diejenigen herausfiltern, die ein hohes Risiko für Diabetes haben. |

    Parodontitis und Diabetes: ungünstige Wechselbeziehung

    In Deutschland sind ca. 20 Mio. Patienten an Parodontitis erkrankt, ca. 10. Mio. davon schwer. Etwa 8 % der Menschen in Deutschland haben Diabetes. Schätzungen gehen davon aus, dass nur 80 % erkannt und behandelt werden. (1) Unter den Parodontitis-Patienten könnten also einige unentdeckte Diabetiker sein, die mittels eines Screening-Tests direkt am Zahnarztstuhl erkannt werden könnten. Das klinische Screening auf Parodontitis könnte so praktisch und kosteneffizient mit einem Diabetes-Test verbunden werden.

    aMMP-8 bei Parodontitis und Diabetes erhöht

    Das aktivierte Enzym „Matrix-Metalloproteinase-8“ (aMMP-8) baut in entzündetem Gewebe Kollagenfasern ab. Ist es vermehrt vorhanden, ist das Immunsystem aktiviert, entzündliche Prozesse finden statt. Die Barrierefunktion der Mundschleimhaut ist aufgrund von Kollagenabbau gestört. Aktiviertes MMP-8 kommt bei einer Gingivitis/Parodontitis im Gewebe und oralen Flüssigkeiten vermehrt vor. Doch auch bei systemischen Erkrankungen, wie z. B. Diabetes, chronischen Herzerkrankungen und rheumatoider Arthritis ist das der Fall. Mit einem Biomarker-Schnelltest ist aMMP-8 chairside messbar.

    Griechische Studie

    69 Parodontitis-Patienten, die sich in einer griechischen Universitätszahnklinik vorstellten, füllten einen Fragebogen aus, der erste Hinweise auf eine mögliche Diabetes-Erkrankung ergab (Prädiabetes-Risikotest) [2]. Bei ihnen wurde der HbA1c-Wert im Blut gemessen (Cobas Roche b101® -Diagnosesystem). Die aktive Form der Matrix-Metalloproteinase-8 (aMMP-8) wurde aus gesammelten Mundspülungen mit einem Chairside-Test (PoCPerioSafe®-Immunotest zusammen mit dem Digitalleser ORALyzer®) analysiert.

     

    27,5 % der getesteten Patienten hatten eine Hyperglykämie, von der sie nichts ahnten. Sie hatten HbA1c-Werte von ≥ 5,7 %, was hier als „Prädiabetes“ definiert wurde. Es zeigte sich eine statistisch signifikante Assoziation zwischen einem positiven aMMP-8-Test (PerioSafe®/ORALyzer®) and Prädiabetes, nicht aber zwischen dem „Bleeding on Probing“ (BOP) und Prädiabetes. Da der BMI und ein Alter von ≥ 45 Jahre ebenfalls ein Risikofaktor für Prädiabetes ist, wurden nur ähnliche Probanden miteinander verglichen. Die signifikante Assoziation blieb danach noch immer bestehen. Weitere aMMP-8-Antikörpertests verifizierten, dass MMP-8 erhöht war und in aktivierter Form in den Mundspülproben der Diabetiker vorkamen, nicht jedoch in denen der parodontal Gesunden bzw. der Nichtdiabetiker. [3]

     

    Quellen

    • [1] DG-Paro Patientenratgeber Parodontitis und Diabetes, online unter iww.de/s4381
    • [2] Centres for Disease Control and Prevention (CDC). Prediabetes Screening Test. National Diabetes Prevention Programme; online unter iww.de/s4371 (abgerufen am 04.12.2020).
    • [3] Grigoriadis A, Sorsa T, Räisänen I, Pärnänen P, Tervahartiala T, Sakellari D.: Prediabetes/Diabetes Can Be Screened at the Dental Office by a Low-Cost and Fast Chair-Side/Point-of-Care aMMP-8 Immunotest. Diagnostics (Basel). 2019 Oct 17; 9 (4): 151; https://doi.org/10.3390/diagnostics9040151
    Quelle: Ausgabe 01 / 2021 | Seite 18 | ID 47020775