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·Fachbeitrag ·Kinderzähne

Wichtig für die Prävention: Konsequente Beratung der Eltern durch den Zahnarzt

| Eine effektive Mundhygiene sollte bereits im Kindesalter beginnen – doch dabei sind die Kleinen wesentlich vom Kenntnisstand ihrer Eltern abhängig. Aus zahnmedizinischer Sicht besteht kein Zweifel mehr über die Notwendigkeit einer ausreichenden Beratung junger Eltern – am besten schon in Form einer zahnhmedizinischen Schwangerschaftsbetreuung. Vor allem Beratung und Prophylaxe stehen dabei im Vordergrund. |

 

„Jedes Kind kostet die Mutter einen Zahn“. Erfreulicherweise ist diese Feststellung für viele Schwangere ein Anlass, zusätzliche Zahnuntersuchungen während der Schwangerschaft durchführen zu lassen. Trotzdem bleibt es in der täglichen Praxis nicht aus, dass die Beratung und Prophylaxe nicht ausreichend von Ärzten und Patientinnen wahrgenommen werden: Selbst bei Problemen sucht nur die Hälfte aller Schwangeren einen Zahnarzt auf, da sie denken, orale Beschwerden seien normal.

 

Es wird immer wieder hervorgehoben, dass bei der Entstehung der Karies in der Schwangerschaft die Veränderung der Zusammensetzung des Speichels die wichtigste Rolle spielt. Außerdem führt die veränderte Stoffwechsellage der Frau während der Schwangerschaft zu möglichen weiteren Schädigungen im gesamten oralen Bereich.

Präventive Maßnahmen

Um solchen Schädigungen vorzubeugen, sollte bereits während der Schwangerschaft mit einer sogenannten Primär-Prophylaxe begonnen werden, um beste Voraussetzungen für die Mundgesundheit der Mutter als auch des ungeborenen Kindes zu schaffen. Höchste Priorität hat dabei die Aufklärung der Mutter über den Zusammenhang zwischen der Mundgesundheit von Mutter und Kind. Denn Karies ist eine Infektionskrankheit, welche auf das Kind übertragen werden kann. Zahlreiche Studien belegen, dass eine intensive präventive Betreuung der Schwangeren ganz entscheidend zur Mundgesundheit des Kindes beiträgt. [1]

Zwei Arbeiten unterstreichen die Bedeutung einer konsequenten Elternberatung durch den jeweils behandelnden niedergelassenen Zahnarzt. Die Autorinnen schlagen weiterhin unter anderem vor, die gesetzlich geregelte Gruppen- und Individualprophylaxe auf die Altersgruppe der bis zu Dreijährigen auszudehnen.

 

Dies hat Yvonne Wagner (Universität Jena) an einem eindrucksvollen Beispiel im österreichischen Vorarlberg nachgewiesen: Kinder, deren Mütter eine Gesundheitsberatung post partum erhielten, wiesen eine signifikant niedrigere Kariesprävalenz und einen niedrigeren Kariesbefall auf als Kinder von Müttern ohne Beratung. Der Effekt war bei Familien mit Migrationshintergrund sogar noch stärker ausgeprägt. Die Gesundheitsberatung von Wöchnerinnen – so die Schlussfolgerung – sei ein effektiver kommunaler Präventionsansatz zur Verbesserung der Zahngesundheit von Kindergartenkindern.[2]

Wissenlücken der Eltern

Alarmierende Defizite zeigte Dana Stumpf (Universität Greifswald) mit einer Befragung in zwei Städten auf, einer Universitätsstadt und einer Industriestadt. Demnach putzen relativ viele Eltern nicht vom ersten Milchzahn an und wissen nicht genügend über die positiven Wirkungen der Fluoride. Gravierende Wissenslücken bestehen auch zum Thema „Nuckelflaschenkaries“ – all dies quer durch alle Bildungsschichten.[3]

 

Quellen

  • [1] L Lappy: Wie die Mutter so das Kind? Oder „schlechte Zähne liegen in der Familie“. Österreichischer Zahnärztekongress 2011, Villach 22.-24. September 2011
  • [2] Y Wagner et al.: Einfluss der Wöchnerinnenberatung auf die Zahngesundheit von 5-jährigen Kindergartenkindern in Vorarlberg. 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGK). Halle/Saale, 30. September bis 1. Oktober 2011
  • [3] D Stumpf et al.: Frühkindliche Karies: Wissen und Handeln bei Eltern von kleinen Kindern. 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGK). Halle/Saale, 30.September-1. Oktober 2011. Die Arbeiten [2] und [3] wurden mit dem „Oral-B blend-a-med Preis 2011“ ausgezeichnet
Quelle: Ausgabe 12 / 2011 | Seite 9 | ID 30505670