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  • ·CME-Beitrag: ZR-Fachgespräch

    Kinderbehandlung mit Shaun und Zahnshampoo

    Bild:©Davizro Photography - stock.adobe.com

    | Karies bei Kindern geht bereits seit den 1990er-Jahren deutlich zurück. Das hat schon die jüngste vorliegende Erhebung der DMS V aus dem Jahr 2016 gezeigt (ZR 10/2016, Seite 8 f.). 80 Prozent der Zwölfjährigen sind heute völlig kariesfrei. Ein schöner Erfolg, doch dem gegenüber stehen Kariesprobleme im Milchgebiss bei kleineren Kindern. Hier habe sich wenig getan, so Dr. Sabine Dobersch-Paulus, die zu den anerkanntesten Spezialistinnen für Kinderzahnheilkunde in Deutschland zählt. Seit vielen Jahren sitzt sie im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde. Hauptberuflich behandelt Dr. Dobersch-Paulus Kinder in eigener Praxis in der Nähe von Würzburg. |

     

    Frage: Frau Dr. Dobersch-Paulus, wie oft sehen Sie heutzutage eine ECC in Ihrer Praxis? Sind die Familien aufgeklärter als früher?

     

    Antwort: Ich sehe eine ECC, also die Early Childhood Caries, die ja typischerweise im Alter von zehn oder zwölf Monaten bis zu anderthalb Jahren entsteht, leider unverändert oft. Dabei ist es heutzutage weniger die Flaschenkaries, sondern zunehmend häufiger die Stillkaries, die aufgrund von jahrelangem häufigem Stillen entsteht. Dass das Stillen für Säuglinge extrem wichtig und wertvoll ist, ist unbestritten. Solange noch keine Zähne vorhanden sind, kann ja auch gar nichts passieren. Wenn die ersten Zähne dann durchbrechen, einmal am Tag geputzt werden und immer mit einigen Stunden Pause zwischendurch weiter gestillt wird, passiert auch nichts. Doch wenn die Mutterbrust für Kleinkinder zum Schnullerersatz wird, ist Gefahr für die Entstehung einer ECC gegeben. Leider meinen einige Mütter, ihren Kindern mit dem jahrelangen häufigen Stillen etwas Gutes zu tun, doch das ist nicht so. Aktuell scheint das Problem aufgrund von Corona eher noch zugenommen zu haben: Die Mütter waren zu Hause, die Kinder nicht in der Kita. Ein weiteres Problem des jahrelangen Stillens ist, dass Kinder das viszerale Schluckmuster beibehalten können, bei dem sich die Zunge zwischen die Zahnreihen legt. So kann es zum frontal offenen Biss kommen.