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  • · ZR-Fachgespräch

    Behandlung tiefer Karies: „Ein undichter adhäsiver Verbund ist das Risiko!“

    Bild: Die Hoffotografen GmbH Berlin

    Die neue europäische S3-Leitlinie zum Management tiefer Kariesläsionen steht für Pulpaerhalt und Minimalinvasivität. Was das für die Praxis und das Endo-Risiko-Recall bedeutet, darüber sprachen wir mit Dr. Eva Dommisch, Spezialistin für Endodontologie der Deutschen Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie (DGET), Mitglied des Vorstandes der DGET und niedergelassen in der Praxisgemeinschaft Endodontie Berlin-Mitte ( endodontie-berlin-mitte.de ). Uns interessierte u. a. auch, welche Aktivierungsmethode der Spülflüssigkeit sie Praxen empfiehlt und ob moderne Endodontie noch ohne 3D-Bildgebung auskommt.

     

    Redaktion: Frau Dr. Dommisch, seit Kurzem ist die neue europäische S3-Leitlinie zur Behandlung tiefer Karies in Kraft [1], in der bei tiefer Karies in pulpanahen Bereichen die selektive Exkavation bis in weiches oder festes Dentin empfohlen wird. Wie gelingt die sichere klinische Unterscheidung zwischen hartem und weichem Dentin im Praxisalltag?

     

    Dommisch: Die sichere Unterscheidung gelingt im Alltag weniger über Farbe als über taktiles Feedback. Die internationale Konsensus-Terminologie empfiehlt die Dentin-Härte als primäres klinisches Kriterium: Weiches Dentin lässt sich mit einem Handexkavator ohne Widerstand abheben, festes/leathery Dentin ist noch nachgiebig, lässt sich aber nicht mehr leicht schichtweise abtragen. Und hartes Dentin vermittelt beim Sondieren ein kratzendes, „scratchy“-Gefühl [2,3]. Die neue EFCD-ESE-ORCA-S3-Leitlinie stützt bei tiefer Karies explizit weniger invasive Strategien, um Pulpaexpositionen zu vermeiden und die Vitalität zu erhalten [4].