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·Article ·Implantatverlust

Gibt es wirklich keine Periimplantitis an Keramikimplantaten?

| Keramikimplantate haben sich aufgrund der gleichwertigen Kapazität zur Osseointegration als Alternative zu Titanimplantaten etabliert. Neben dem ästhetischen Vorteil der zahnähnlichen Farbe wurde in experimentellen Studien auch von einer reduzierten bakteriellen Adhäsion an Zirkoniumdioxid im Vergleich zu Titan berichtet. |

 

Periimplantäre Infektionen mit Knochenabbau gehören zu den Hauptgründen für Früh- oder Spätverluste bei Titanimplantaten. Als Hauptursache wird die Besiedelung der Implantatoberfläche bzw. der Implantataufbauteile mit mikrobieller Plaque betrachtet.

 

Die Anlagerung von Zahnstein und Plaque ist aufgrund der plaqueabweisenden Keramik-Oberfläche deutlich geringer als bei den herkömmlichen Zahnimplantaten. Folglich ist auch das Risiko einer Periimplantitis als geringer einzustufen. Dieser Vorteil scheint sich auch im klinischen Alltag zu bewähren, da in klinischen Langzeituntersuchungen bisher keine periimplantären Infektionen bei Keramikimplantaten beschrieben wurden. Daher gelten Auftreten, Verlauf und Therapie der Periimplantitis bei Keramikimplantaten bislang als noch weitgehend unbekannt. [1]

 

Der Autor bezieht sich dabei auf Daten aus einer Praxisstudie, bei der in den Jahren 2004 bis 2009 bei 71 Patienten 161 einteilige Keramikimplantate gesetzt wurden. 36 dieser Zirkoniumdioxid-Implantate der ersten Generation gingen durch fehlende Osseointegration oder durch Bruch verloren – doch auffälligerweise zeigte keines eine Periimplantitis-Historie. [2]

 

PRAXISHINWEIS | Zirkoniumdioxid ist plaqueabweisend. Ein anderes Erfolgskriterium der getesteten Implantate könnte ihre Einteiligkeit sein: Es fehlt der Spalt zwischen Implantat und Abutment, der gerne von Bakterien besiedelt wird. Hier sind Langzeitdaten von zweiteiligen Keramikimplantaten abzuwarten.

 

Quellen

  • [1] Gahlert M et al. Periimplantitis und Keramikimplantate - Erste klinische Beobachtungen. Implantologie 2015; 23 (3): 305-310.
  • [2] S. Roehling et al. Commercially available zirconia implants up to and after 7 years of loading – a retrospective clinical study with regard to survival and success rates. Clinical Oral Implants Research 2014; 25 (s10), online 21. September 2014.

 

Literatur

Quelle: Ausgabe 12 / 2015 | Seite 17 | ID 43721628