· Fachbeitrag · CME-Beitrag
Typische Geschlechter-Erkrankungen mit Verbindung zu Parodontitis
Es werden von der Forschung immer mehr Zusammenhänge zwischen Parodontitis und Frauen- und Männergesundheit aufgedeckt. Eine gute Mundhygiene ist damit mehr denn je entscheidend. Zahnärztliche Praxen sollten ihre Patienten über diese Zusammenhänge aufklären, Anamnesebögen entsprechend gestalten und bei ihren fachärztlichen Kollegen das Bewusstsein für Mundgesundheit schärfen [1].
Orale Erreger und extraorale Infektionen
Fusobacterium nucleatum ist eine der am häufigsten isolierten intraoralen Bakterienarten. Seine Koaggregation mit anderen oralen Bakterien spielt bei der Bildung von Biofilmen und damit auch bei der Entstehung der Parodontitis eine große Rolle. Gleichzeitig scheint F. nucleatum aber auch pathogenes Potenzial in Bezug auf Arteriosklerose, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und Schwangerschaftskomplikationen zu haben, ebenso wie Zusammenhänge zu malignen Erkrankungen, insbesondere Darmkrebs aufgedeckt wurden [2].
Kanzerogene Wirkung von F. nucleatum in Brustgewebe
Amerikanische Forscher fanden eine übermäßige Vermehrung des parodontalen Erregers sowie die zeitgleiche Präsenz assoziierter, Biofilm-bildender oraler Mikroorganismen nun auch in Brustkrebsgewebe [3]. Außerdem konnten sie zeigen, dass bei Mäusen mit Mammakarzinomen hämatogen eingebrachtes F. nucleatum die Tumorprogression antrieb und die Metastasierung förderte. Wurde bei gesunden Mäusen die Brustdrüse mit dem Erreger kolonisiert, rief das metaplastische Läsionen, Inflammationen, DNA-Schäden und Hyperproliferation hervor.
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