· Fachbeitrag · CME-Beitrag
Schmerzdiagnostik mittels thermografischer Gesichtsbildgebung
Kognitiv beeinträchtigte ältere Patienten haben oft Schwierigkeiten, Schmerzen oder frühe Symptome einer Erkrankung mitzuteilen. Eine Studie untersuchte deshalb, ob die bereits in der medizinischen Diagnostik bewährte Technik der Thermografie bei diesen Patienten mögliche Mundgesundheitsprobleme identifizieren kann.
Technik der Thermografie
Die Thermografie erfasst Änderungen der Wärmeverteilung und stellt sie als Thermogramme (Wärmebilder) dar. In der Praxis erfolgt die Aufnahme mithilfe einer Wärmebildkamera mit punktueller Temperaturmessung, in deren Anschluss man einen bildhaften Eindruck der Verteilung der Körpertemperatur erhält. Mithilfe der Thermogramme lässt sich dann pathologisches von gesundem Gewebe unterscheiden. Bisher wurden für die Zahnheilkunde z. B. der erfolgreiche Einsatz von Thermografie zur Überwachung von Behandlungsprozessen nach chirurgischen Eingriffen wie der Entfernung von 8ern sowie zur Lokalisierung von Entzündungen beschrieben [1,2]. Auch maß eine spanische Studie bei Patienten mit Burning-Mouth-Syndrom statistisch signifikant unterschiedliche Temperaturen auf dem Zungenrücken im Vergleich zu beschwerdefreien Menschen. Die Forscher schlussfolgerten, dass die Thermografie der Zungenoberfläche als zusätzliches Diagnoseinstrument hilfreich scheint [1,3]. Deshalb untersuchten Wissenschaftler nun auch, ob die Thermografie sich für das Erkennen von intraoralen Problemen bei älteren Erwachsenen mit kognitivem Abbau und pflegeresistentem Verhalten eignet [1].
Bei jedem der 23 Studienteilnehmer (Durchschnittsalter: 73,7 ± 13,2 Jahre) mit kognitiven Einschränkungen wurden thermografische Aufnahmen (jeweils rechtes Profil, linkes Profil, Frontalansicht und vorderer Hals) mit einer Wärmebildkamera (FLIR ONE Pro für iOS; FLIR® Systems, Inc.), die an einem Smartphone befestigt war, angefertigt. Zusätzlich wurde die Körpertemperatur der Probanden beidseitig mit einem Ohrthermometer (Braun Thermo Scan®, Braun GmbH) gemessen. Anschließend erfolgte die thermische Analyse mit entsprechender Software und die Berechnung der Temperaturdifferenzen für die jeweiligen Bereiche des Interesses.
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