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  • · Fachbeitrag · CME-Beitrag

    Mit KI postendodontische Schmerzen vorhersagen

    Künstliche Intelligenz (KI) kann postoperative Schmerzen nach einer Wurzelkanalbehandlung (WKB) vorhersagen, und das wohl sicherer als Zahnärzte auf der Grundlage klinischer Erfahrungswerte. Das hilft, die schmerztherapeutische Nachsorge zu optimieren.

    Schmerzen nach einer WKB

    Zur Häufigkeit und zum Schweregrad postendodontischer Schmerzen nach einer WKB gibt es unterschiedliche Angaben. Die Häufigkeit wird mit 1,5 bis 58 Prozent in einer hohen Bandbreite angegeben [1, 2]. Sie hängt u. a. auch davon ab, ob die Pulpa vital oder nekrotisch war oder eine Revision stattfand: Eine WKB von Zähnen mit vitaler Pulpa hat eine signifikant höhere Inzidenz für postendodontische Schmerzen als die beiden anderen Ausgangssituationen. In jedem Fall werden die Patienten über mögliche postendodontische Schmerzen aufgeklärt und die Verschreibung eines Schmerzmittels wird in Erwägung gezogen bzw. besprochen [1]. Da die postoperativen Schmerzen multifaktoriell beeinflusst werden, ist es oft schwierig, ihr Auftreten zuverlässig vorherzusagen. Gleichzeitig neigen Patienten dazu, bei Schmerzen nach erfolgter WKB diese als schlecht einzustufen. Auch deshalb ist eine adäquate Schmerzeinschätzung und -ausschaltung wichtig.

    KI zur Berechnung postoperativer Schmerzen

    Forscher entwickelten deshalb mit der MATLAB 7.0 Neural Network Toolbox ein Backpropagation-Modell eines künstlichen neuronalen Netzes (Backpropagation = Backward Propagation of Error und gleichbedeutend einer Lernstrategie für Neuronale Netze mit deren Hilfe KI-Systeme lernen, Fehler zu korrigieren [3]) zur Vorhersage postoperativer Schmerzen nach WKB und untersuchten dessen Genauigkeit [2]. Dazu wurden die Parameter Geschlecht, Alter und Mundhygienestatus der Patienten; Lokalisation, Art und Stärke der Spontanschmerzen, Stärke der Perkussionsschmerzen, Parodontitis, Zustand der apikalen Entzündung und Vitalität der Pulpa; Wurzelkanalunterfüllung, Wurzelkanalüberfüllung und fehlende Wurzelkanäle während der Wurzelkanalbehandlung miteinander verknüpft.