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  • · Fachbeitrag · CME-Beitrag

    Kontrovers: Kieferknochenkavitation und systemische Gesundheit

    Stille, weil unbemerkte Entzündungen werden in Zusammenhang zur Allgemeingesundheit gebracht. Die Diskussion zu NICOs oder FDOKs als Ursache für ungeklärte chronische neurologische oder systemische Beschwerden und als Verbindung zu einer Überexpression von Zytokin RANTES/CCL5 ist kontrovers und nicht abgeschlossen.

    Verschiedene Begrifflichkeiten

    Die Kieferknochenkavitation hat im Zeitverlauf unterschiedliche Bezeichnungen erhalten. Der Beobachtung von intraossären Entzündungen bei Patienten mit chronischen und schweren Gesichtsschmerzen folgte z. B. die Benennung Neuralgia-inducing Cavitational Osteonecrosis (NICO) oder auch fettig-degenerative Osteonekrose des Kieferknochens (FDOJ), dem intraoperativ erscheinenden klinischen Zustandsbild folgend. Die International Academy of Oral Medicine and Toxicology benannte das im Jahr 2023 als Chronic Ischemic Medullary Disease of the Jawbone (CIMDJ) und beschreibt die Ursache der CIMDJ als Absterben zellulärer Bestandteile der Spongiosa nach Unterbrechung der Blutversorgung [1].

    Erhöhte Zytokine bei Kavitation und Erkrankungen

    Kieferknochenkavitation wird von einigen Autoren mit einer erhöhten Zytokinproduktion, insbesondere der von RANTES/CCL5 (Regulated upon Activation, Normal T-Cell Expressed and Secreted/auch bekannt als Chemokin-Ligand 5 mit C-C-Motiv) und verschiedenen Krankheitsbildern in Verbindung gebracht. So wurde bei einer Stichprobe von 21 FDOJ-Patienten mit chronischem Erschöpfungssyndrom (CFS) ein 30-facher Anstieg der RANTES-Konzentration sowie eine 20-fache Erhöhung vom Fibroblasten-Wachstumsfaktor 2 nach vorangegangener 8er-Osteotomie beobachtet [2]. Die Autoren vermuteten, dass FDOJ an Stellen mit inkompletter Wundheilung im Kieferknochen Signalwege hyperaktivieren kann und FDOJ damit als Ursache einer stillen Entzündung für CFS verantwortlich sein kann.