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23.04.2009 |Trendbericht

Roxolid® versus Reintitan bei Implantaten

Mit der Einführung der Titanlegierung Roxolid® bringt die Schweizer Firma Straumann Bewegung in den Implantatmarkt. Roxolid®, eine Titan-Zirkondioxid-Legierung (TiZr), ist nach Angaben des Herstellers deutlich stabiler als Titan, zur Zeit das Material der Wahl für Implantate [1]. Aufgrund seiner Metallstruktur kann TiZr genauso behandelt werden wie Titan, um sandgestrahlte und säuregeätzte Oberflächen zu erhalten.  

Die Vorteile von Roxolid®

Roxolid® durchläuft zur Zeit ein umfangreiches klinisches Testprogramm. Die präklinische Untersuchung hat gezeigt, dass das neue Material besser in den Knochen integriert werden könnte als Titan [2]. Erste Beobachtungen unter klinischen Bedingungen waren vielversprechend [3]. Im Februar erhielt Roxolid® die Vertriebszulassung der US-Aufsichtsbehörde FDA. In Erwartung positiver Ergebnisse aus den noch laufenden Studien wird die breite Markteinführung später im Laufe des Jahres 2009 erwartet.  

 

Aufgrund seiner verbesserten Stabilität ermöglicht Roxolid® Implantate mit kleinerem Durchmesser, die in Situationen mit begrenztem Platzangebot - zum Beispiel in der Frontzahnregion - hilfreich sein werden. Dünnere Implantate könnten auch in Situationen wertvoll sein, in denen der Kieferknochen ohne zusätzliche Knochenaugmentation zu dünn für die Aufnahme eines konventionellen Implantats ist. Dies verspricht nicht nur vereinfachte Verfahren, sondern auch beträchtliche Kosteneinsparungen. 

Nobel Biocare: Vage Hinweise auf „toxische Materialien“

Auf diese Neuerung reagiert der Implantat-Hersteller Nobel Biocare mit vagen Hinweisen auf „toxische Materialien“, die in Titanlegierungen enthalten sein können, und kapriziert sich in seiner wissenschaftlichen Werbung auf die Dehngrenze des kalt bearbeiteten Reintitan Grad 4, das Nobel Biocare für alle TiUnite®-Implantate verwendet. 

 

Die Kaltbearbeitung ist ein spezielles Verfahren für die Verarbeitung von Reintitan, das die Festigkeit und Härte des Materials um bis zu 50 Prozent erhöht, „ohne dass Titanlegierungen mit potenziell toxischen Materialien erforderlich sind“ - so eine Mitteilung von Nobel Biocare [4]. 

 

Die Dehngrenze von kalt bearbeitetem Reintitan Grad 4 liegt bei 860 MPa (Mikropascal) - gegenüber einer Dehngrenze von wärmebehandeltem Titan Grad 4 von 550 MPa. Die Titan-Zirkondioxid-Legierung (TiZr) weist mit 820 MPa eine höhere Festigkeit als Reintitan Grad 4 auf, liegt mit der für diese Legierung dokumentierten Dehngrenze aber noch knapp unter dem Wert der kalt bearbeiteten Variante [5].  

 

[1] Ermüdungstests nach ASTM ISO 14801 

 

[2] Gottlow J. Präklinische Daten, vorgestellt auf dem 23. Jahreskongress der Academy of Osseointegration (AO), Boston, Februar 2008, und auf dem 17. wissenschaftlichen Jahreskongress der European Association for Osseointegration (EAO), Warschau, September 2008 

 

[3] Barter S et al. Klinische Daten, vorgestellt auf dem 17. wissenschaftlichen Jahreskongress der European Association for Osseointegration (EAO), Warschau, September 2008 

 

[4] Nobel Biocare, Pressemitteilung „Produktinitiativen“, Zürich, 25. März 2009  

 

[5] Dehngrenzen von wärmebehandeltem und kalt bearbeitetem Reintitan Grad 4 nach ASTM F 67 und ISO 5832-2; (1999) Dehngrenzen von TiZr nach Straumann AG 09/08 152.620/e 

 

Quelle: Ausgabe 05 / 2009 | Seite 9 | ID 126118