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·Fachbeitrag ·Schadstoffe

Welchen Einfluss haben Dentalkomposite auf die Bisphenolbelastung im Körper?

| Die Allerwelts-Chemikalie Bisphenol A, die Grundstoff vieler Kunststoffe ist (auch von vielen Dentalmaterialien), hat hormonähnliche Wirkung und beeinflusst die Signalweiterleitung in Zellen. Doch welchen Anteil haben Dentalkomposite im Mund an der Bisphenolbelastung im Körper? |

 

Aus den Daten der großen NHANES-Kohortenstudie mit 14.703 Personen wurde die Assoziation zwischen Zahnfüllungen und Quecksilber im Blut bzw. Bisphenol im Urin überprüft. Die statistische Analyse ergab, dass der Quecksilbergehalt im Blut quantitativ mit der Anzahl der Amalgamfüllungen assoziiert war ‒ ein Hinweis für die Studienleiter, dass Amalgamfüllungen gesundheitliche Nebenwirkungen haben können. Auf der anderen Seite wurde im Zeitlauf der Studie von 2003 bis 2012 ein dramatischer Rückgang des Bisphenols im Urin beobachtet. Dies lässt nach Meinung der Autoren den Schluss zu, dass es keinen Zusammenhang zwischen Kompositfüllungen und Bisphenolbelastung im Körper gibt. Zudem scheint in den Jahren die Bisphenolbelastung aus anderen Quellen deutlich abgenommen zu haben. [1]

 

Dass Dentalkunststoffe dennoch zur Belastung der Umwelt beitragen können, zeigt eine Studie an der Universität Freiburg: Durch das Beschleifen von Kompositen kann Bisphenol ins Abwasser gelangen. Die freigesetzte Menge war signifikant höher als in der Kontrolle, aber auch signifikant unterschiedlich zwischen den einzelnen getesteten Materialien: Ceram X: 0,08 ± 0,06 µg/ml; Filtek Supreme XTE: 0,08 ± 0,06 µg/ml; Filtek Silorane: 0,03 ± 0,02 µg/ml und CoreX flow: 0,02 ± 0,02 µg/ml. Die Menge der nachgewiesenen Partikel als auch die Partikelgröße waren vergleichbar: Die Partikelgröße variierte im Größenbereich von 110 bis 204 nm. [2]

 

PRAXISHINWEIS | Die Europäische Kommission hat im Jahr 2011 Bisphenol A bei der Herstellung von Babyfläschchen verboten. Wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass der Stoff Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Brust- und Prostatakrebs sowie neuronale Erkrankungen fördern könnte. Französische Forscher vermuten, dass BPA auch die sogenannte Molaren-Inzisoren-Hypomineralisation (MIH), eine Schmelzbildungsstörung, verursacht. [3]

 

Quellen

  • [1] Lei Y et al. Associations of blood mercury, inorganic mercury, methyl mercury and bisphenol A with dental surface restorations in the U.S. population. Ecotoxicology and Environmental Safety 2016; 134: 213-225.
  • [2] Polydorou O et al. Nachweis von Bisphenol A und Nanopartikeln im Abwasser nach dem Schleifen von Kompositmaterialien. 30. Jahrestagung der DGZ gemeinsam mit der DGPZM und der DGR²Z. Leipzig, 6.-8. Oktober 2016.
  • [3] Jedeon K et al. Enamel Defects Reflect Perinatal Exposure to Bisphenol A. The American Journal of Pathology 2013; 183 (1): 108-118.

 

Literatur

Quelle: Ausgabe 12 / 2016 | Seite 6 | ID 44377898