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·Fachbeitrag ·Prothetik

Brückenversorgung: Bessere Ästhetik durch ovate Pontics

| Herkömmliche Brückenglieder liegen auf oder vor dem Kieferkamm und können somit die Ästhetik stören. Die Idee der Pontics hingegen verfolgt den Weg, dass Brückenglieder „aus dem Zahnfleisch“ kommen. Zur Gestaltung eines eiförmigen, sogenannten „ovaten Pontics“ braucht man in erster Linie ein ausreichendes Weichgewebsangebot im Auflagenbereich. Dazu sind kammerhaltende Maßnahmen notwendig. Zum anderen wird man in vielen Fällen den Kieferkamm auch wieder aufbauen müssen. |

Praxisstudie zu Pontics: Patienten sind zufrieden

In der Praxis Dr. Markus Schlee & Kollegen, Forchheim, wurde eine Studie zu Pontics durchgeführt. Ziel war es zu evaluieren, ob der Erhalt des Kammvolumens durch Ridge-Preservation auch unter Pontics langfristig möglich ist. Die Ridge-Preservation wurde mit einem langzeitstabilen Knochenersatzmaterial unter einem Brückenzwischenglied durchgeführt. Die bukkale Knochenwand musste unmittelbar nach der Extraktion vollständig intakt sein und ein zeitlicher Abstand von mindestens sechs Monaten zwischen Behandlung und Reevaluation liegen.

 

Mit dem Pink-Esthetic-Score (PES) wurden Veränderungen am Weichgewebe bewertet, um mit diesen Surrogat-Parametern auf die darunter liegende Knochentopografie schließen zu können. Die Daten von 23 Patienten wurden retrospektiv ausgewertet. Der Untersuchungszeitraum lag zwischen 8 und 86 Monaten (im Durchschnitt 38 Monate) nach der Ridge-Preservation. Durch den Einsatz eines langzeitstabilen Knochenersatzmaterials in intakten Extraktionsalveolen konnte die Alveolarkammdimension erhalten werden.

 

Im Vergleich zu den kontralateralen Kontrollzähnen führten die Brückenversorgungen langfristig zu einem guten ästhetischen Resultat. Es gab keine statistisch signifikanten Unterschiede in der Analyse des PES zwischen den behandelten Stellen und den natürlichen Kontrollzähnen. Die Patienten bewerteten dies genauso. Alle Patienten würden diese Behandlung nochmals durchführen lassen. [1]

Brückenglieder kommen „aus dem Zahnfleisch“

Die im Frontzahnbereich ästhetisch sinnvollste Zwischengliedform ist das eiförmige Pontic. Das Brückenglied weist auf Höhe des Zahnfleischsaums in etwa den Querschnitt des natürlichen Zahns auf. Die Basalfläche schließt dicht ab und Speisereste finden hier keine Retention. Durch die konvexe Gestaltung kann ein mit Zahnseide geübter Patient die Ponticauflage ohne größeren Aufwand sauber halten. Der wichtigste Vorteil ist jedoch der ästhetische Aspekt.

 

Um die positiven Effekte durch ovate Pontics erzielen zu können, gibt es grundsätzlich mehrere Möglichkeiten. Diese erklärt Dr. Robert Strohkendl MSc., Stuttgart, wie folgt:

 

  • Die einfachste Möglichkeit besteht darin, schon bei der Extraktion der Zähne ‒ ggf. durch ein präfabriziertes Schalenprovisorium ‒ das Weichgewebe um die Alveole durch einen eiförmigen Bereich zu stützen und vor dem Kollabieren zu schützen. Über primäre Wundheilungsmechanismen kommt es nach mehreren Wochen zu einer perfekten Auflage, bei der das Brückenglied aus dem Gewebe zu kommen scheint.

 

  • Wenn die Zähne bereits entfernt sind, kann man ‒ sofern eine ausreichende Gewebeschichtstärke vorhanden ist ‒ elektrochirurgisch mit dem Elektrotom oder dem Laser eine eiförmige Vertiefung gestalten, sodass derselbe Effekt erreicht wird.

 

  • Wenn die Schleimhäute zu dünn sind, kann über den Weg der Tunneltechnik ein subepitheliales Bindegewebstransplantat aus dem Bereich des harten Gaumens platziert werden, das sofort bzw. nach Einheilung mit einem zu Anfang stilettartigen und im Verlauf der Behandlung zur eiförmigen Auflage umgestalteten Brückengliedbereich modelliert wird. [2]

 

Quellen

  • [1] Rathe F et al. Prothetische Langzeitergebnisse mit Ridge-Preservation und modifizierten ovate Pontics - Retrospektive Fallserie über durchschnittlich 38 Monate. Implantologie 2016; 24 (1): 77-84.
  • [2] Webseite von Dr. Robert Strohkendl MSc., Stuttgart.

 

Literatur

Quelle: Ausgabe 05 / 2016 | Seite 4 | ID 43996161