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·Fachbeitrag ·Parodontologie

Praxistest: Lokale Antibiotikagabe in der PAR-Therapie auch unter Praxisbedingungen wirksam

| Mit der steigenden Prävalenz von Parodontopathien rücken präventiv orientierte zahnmedizinische Betreuung und die Therapie von Parodontalerkrankungen immer mehr in den Vordergrund. Hier kann die indikationsgerechte und frühzeitige Applikation lokaler Antibiotika parodontalchirurgische Eingriffe vermeiden, die besonders für ältere multimorbide Patienten sehr belastend sind. |

 

Bei einem Depotarzneimittel ‒ wie etwa Ligosan® Slow Release (Heraus Kuzer) mit nachgewiesener Wirkungsdauer für einen Zeitraum von 12 Tagen nach einmaliger Applikation ‒ kann der Patient die „Einnahme“ nicht vergessen. Dies wirkt sich entscheidend auf den Therapieerfolg aus und macht diesen von der Patientencompliance unabhängig.

 

Wirkungen der Gabe lokaler Antibiotika

Eine Übersichtsarbeit auf Basis von 52 Studien hatte den Effekt lokaler Antibiotikagabe bei der Behandlung chronischer Parodontitis untersucht: Matesanz-Pérez et al. kamen zu der Schlussfolgerung, dass lokale Antibiotika/Antimikrobiotika in Kombination mit mechanischer Therapie insbesondere bei tiefen Taschen oder Resttaschen eine signifikante klinische Wirksamkeit zeigen. [1]

 

Prof. Dr. Petra Ratka-Krüger, Universität Freiburg, präsentierte im Umfeld des DGParo-Kongresses die Auswertung einer deutschlandweiten Anwendungsbeobachtung zu Ligosan® Slow Release: Über 150 Zahnärzte hatten Ligosan in der adjuvanten Parodontaltherapie bei Patienten mit chronischer oder aggressiver Parodontitis eingesetzt und insgesamt 1.189 Zähne mit einer Ausgangstaschentiefe ≥ 5 mm bei 451 Patienten in die finale Analyse eingeschlossen. Die Auswertung nach 12 Monaten ergab eine Verbesserung des Approximalraum-Plaque-Index (API) um durchschnittlich 22 Prozent und des Sulkus-Blutungs-Index (SBI) um 40 Prozent. Die durchschnittliche Taschentiefe, die zum Baseline-Zeitpunkt 6,1 mm betrug, verringerte sich durch die adjuvante Anwendung von Ligosan Slow Release nach 12 Monaten um durchschnittlich 2,1 mm. Sehr tiefe Taschen (Baseline ST ≥ 7 mm) zeigten eine durchschnittliche Reduktion um 3,2 mm. Zudem kam es im Mittel zu einer signifikanten Reduktion des Attachment-Loss (AL) von 1,6 mm nach 12 Monaten im Vergleich zur Baseline. In 48,5 Prozent der Fälle konnte eine Heilung der Tasche ‒ das heißt eine Reduzierung der Sondierungstiefe (ST) auf ≤ 4 mm ‒ erreicht werden. [2]

 

Prof. Dr. Nicole Arweiler, Universität Marburg, hält den Einsatz lokaler Antibiotika besonders bei Patienten in der Erhaltungstherapie für sinnvoll, wenn nach Abschluss der mechanischen Therapie noch persistierende, pathologisch vertiefte Taschen (Sondierungstiefe ≥ 5 mm und Bluten nach Sondieren) vorliegen. Besonders Taschen mit extremen Sondierungstiefen profitieren von dieser Behandlung. Die lokale Antibiose sei ein wirksames Hilfsmittel zu Wurzelreinigen und -glätten (Scaling & Root Planing). Die adjuvante Gabe des Lokalantibiotikums solle immer nach sorgfältiger systematischer Parodontaltherapie bei einzelnen persistierenden oder rezidivierenden Taschen mit Sondierungstiefen ≥5 mm erfolgen. Sie eigne sich auch als alternative non-invasive Methode, wenn chirurgische Intervention nicht möglich oder ausdrücklich nicht gewünscht ist. [2]

 

Quelle

  • [1] Matesanz-Perez P et al. A systematic review on the effects of local antimicrobials as adjuncts to subgingival debridement, compared with subgingival debridement alone, in the treatment of chronic periodontitis. Journal of Clinical Periodontology 2013; 40(3): 227-241
  • [2] Heraeus Kulzer-Symposium „Parodontitis-Therapie heute ‒ neue Perspektiven für die zahnärztliche Praxis“, Erfurt, 19.-21. September 2013

 

Abstract

Quelle: Ausgabe 02 / 2014 | Seite 9 | ID 42493062