logo logo
Meine Produkte: Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen. Anmelden
Menu Menu
MyIww MyIww
Jetzt testen

·Fachbeitrag ·Medikamente

Neue Osteoprose-Medikamente: Entwarnung für den Kieferknochen

| Osteoporose-Medikamente, die den Knochen stärken sollen, verhalten sich im Mund-Kiefer-Bereich zwiespältig: Einige Medikamente können zu Kieferosteonekrose führen, bei der der Knochen paradoxerweise angegriffen wird. Dieses Phänomen wird nicht nur bei den klassischen Bisphosphonaten, sondern auch bei Antikörpern (Prolia® und XGEVA®) berichtet. Prof. Dr. med. Heide Siggelkow, Ärztliche Leiterin des Endokrinologikums Göttingen, stellt Alternativen in der Osteoporosetherapie vor. |

 

Probleme durch antiresorptive Medikamente

Das Problem sind die sogenannten antiresorptiven Medikamente, die den Knochenabbau hemmen. Als Ursache werden hier durchblutungsmindernde Eigenschaften angenommen (antiangiogene Effekt), aber auch der Effekt, das bei Entzündungsvorgängen im Kieferbereich (aber auch woanders) das Medikament besonders stark wirkt. Auch ist das Risiko durch Begleiterkrankungen sehr stark erhöht – wie Cortisontherapie, Diabetes mellitus oder auch rheumatologische Erkrankungen, die zu einer Abwehrschwäche führen.

 

Das Risiko der Kiefernekrose bei Osteoporosepatienten ist sehr niedrig (1:1.000 bis 1:10.000), betont Siggelkow – bei bei einem Bruchrisiko von 30 Prozent in 10 Jahren (als Therapieindikation) immerhin noch ein Verhältnis von 0,001 Prozent zu 30 Prozent rechtfertige dies auf jeden Fall die Therapie. Problematisch sind die Therapien bei Tumorpatienten, die 1 bis 15 Prozent Bruchhäufigkeit haben, die durch die deutlich höhere Dosis begünstigt wird.

 

Risikoärmere Alternativen

Bei Teriparatid handelt es sich um ein Produkt, das den Knochenaufbau fördert. Bei dieser Wirkweise wurden bisher keine Osteonekrosen des Kiefers beschrieben. Das Medikament wird sogar in dieser Situation besonders gern eingesetzt, da in Fallberichten durchaus Besserungen gesehen wurden. Strontiumranelat wirkt über den Calciumsensing-Rezeptor und verursacht auch keine Osteonekrose des Kiefers. Beide Medikamente können auch in der Zahnheilkunde eingesetzt werden: Sie verstärken Knochenwachstum nach Parodontitistherapie oder Osseointegration nach Implantation.

 

Auch der neue Antikörper Romosozumab kann eine Alternative sein, er hat in einer Phase-II-Studie vielversprechend abgeschnitten (NEJM 2014; 370: 412-20). Die Daten zeigten keine Nebenwirkungen im Kieferbereich. Auch in der laufenden Phase-III-Studie wurden solche Nebenwirkungen wohl nicht beobachtet – sie seien vom knochenaufbau-steigernden Wirkmechanismus her auch nicht zu erwarten, berichtet Siggelkow.

 

Quelle

  • Siggelkow H. Redemanuskript DGE-Pressekonferenz. 58. Symposium der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), Lübeck, 18. März 2015.
Quelle: Ausgabe 04 / 2015 | Seite 10 | ID 43249162