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01.12.2006 | Materialkunde

Wurzelkanalstifte: Beschichtung für bessere Retention

Wurzelkanalstifte aus Faserverbundwerkstoffen erreichen aufgrund ästhetischer und biomechanischer Vorzüge eine zunehmende klinische Bedeutung. Daneben haben sie im Vergleich zu Stiften aus Metall oder Keramik den Vorteil, dass sie bei Bedarf relativ einfach wieder entfernt werden können. Zur adhäsiven Eingliederung sollte nicht nur der Wurzelkanal, sondern auch die Oberfläche des faserverstärkten Kompositstifts konditioniert werden. Die erforderliche Stiftkonditionierung wird bislang noch am Stuhl vorgenommen. Dieser Vorgang verzögert einen flüssigen Behandlungsablauf und birgt das Risiko von Anwendungsfehlern in sich.  

 

Im Rahmen einer In-vitro-Untersuchung [1] wurden die Wurzel­kanalstifte durch intensives Reinigen oberflächenaktiviert und PVD-beschichtet. Das Schichtsystem könnte die Praxistauglichkeit der Stifte erheblich fördern, da es die Anzahl der am Stuhl erforderlichen Einzelschritte reduziert, folgern Edelhoff et al.. Die Vorbeschichtung schließt eine ungleichmäßig aufgetragene Konditionierungsschicht aus, die die Passgenauigkeit infrage stellen kann. Dies bedeutet eine größere Sicherheit in der klinischen Anwendung. Eine prospektiv angelegte klinische Studie hat bereits die Praxistauglichkeit des Schichtsystems bestätigt [2]. 

 

[1] D Edelhoff, M Weber, H Spiekermann, R Marx: PVD-Beschichtung für verbesserte Retention glasfaserverstärkter Wurzelkanalstifte; Schweiz Monatsschr Zahnmed (2006) 116: 992-999  

 

[2] A W Weber: Klinische Erfahrungen mit zwei Stiftsystemen aus faserverstärktem Komposit; Inaugural-Dissertation an der RWTH Aachen (2005) 

Quelle: Ausgabe 12 / 2006 | Seite 15 | ID 95136