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·Fachbeitrag ·Kinderzahnheilkunde

Kariesprävention bei MIH-Zähnen

von Prof. Dr. Stefan Zimmer, Universität Witten/Herdecke, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGPZM).

| Leider sind MIH-Zähne wegen ihrer rauen Oberfläche auch besonders schlecht zu reinigen und außerdem oft besonders berührungsempfindlich, was eine wirksame Mundhygiene sehr erschwert. |

Prävention ist nicht möglich – Prophylaxe schon

Eine sichere Prävention von MIH ist zum jetzigen Stand nicht möglich, weil die Veränderungen schon während der Zahnentwicklung unbemerkt stattfinden und die Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind. Allerdings haben die betroffenen Zähne eine raue Oberfläche und sind zerfurcht. Das fördert die Anlagerung von bakteriellen Zahnbelägen, die die Ursache für Karies sind. Da die Substanz von MIH-Zähnen außerdem eine schlechtere Qualität aufweist, sind sie besonders kariesanfällig.

 

Deshalb muss über das Zähneputzen hinaus eine besonders intensive Prophylaxe betrieben werden, um die Zähne vor Karies zu schützen. Hierfür stehen insbesondere Fluoridierungsmaßnahmen in der häuslichen Umgebung und der Zahnarztpraxis zur Verfügung, die altersbezogen angewandt werden müssen.

 

Für Kinder unter 6 Jahren ist fluoridhaltige Kinderzahnpasta dringend zu empfehlen. Sie sollte zweimal täglich angewandt werden. Die Eltern müssen darauf achten, dass die Zahnpasta intensiv in Kontakt mit den geschädigten Zähnen kommt. Bei Kindern unter 2 Jahren sollte zweimal täglich nur eine sehr kleine Menge (Tubenabstrich) verwendet werden, ab dem zweiten Geburtstag jeweils eine erbsengroße Menge. Darüber hinaus ist fluoridhaltiges Speisesalz zu empfehlen.

 

Zusätzlich ist eine viertel- bis halbjährliche Vorstellung in der Zahnarztpraxis wichtig. Der Zahnarzt kann die geschädigten Bereiche mit einem Fluoridlack behandeln, der die Zähne besonders wirksam vor Karies schützt.

 

Ab dem Durchbruch der ersten bleibenden Zähne gelten andere Richtlinien für die Fluoridanwendung. Jetzt sollte das Kind zweimal täglich eine Junior- oder Erwachsenen-Zahnpasta mit höherer Fluorid-Konzentration verwenden. Unverändert sollte fluoridiertes Speisesalz genutzt werden. Zusätzlich kann aber nun zweimal täglich eine fluoridhaltige Mundspüllösung oder einmal wöchentlich ein hoch konzentriertes Fluorid-Gelee angewandt werden. Optimaler Schulz ist dann gewährleistet, wenn der Zahnarzt im Abstand von 3 bis 6 Monaten die Zähne untersucht und nach Bedarf mit Fluoridlack behandelt.

Zähne später mit verschiedenen Techniken wieder aufbauen

So kann es in den meisten Fällen gelingen, die besonders anfälligen MIH-Zähne vor Karies zu schützen. Sobald die Zähne vollständig durchgebrochen sind und das Kind zu etwas längeren Behandlungen durch den Zahnarzt bereit ist, kann dieser die Zähne mit unterschiedlichen Techniken wieder aufbauen. Sie haben dann wieder ein ganz normales Kariesrisiko und können bei guter Pflege ein Leben lang erhalten werden.

 

Quelle

  • Pressekonferenz der DGZMK, Berlin, 24.05.2018
Quelle: Ausgabe 07 / 2018 | Seite 12 | ID 45347956

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