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·Article ·Gesundheitsökonomie

Jetzt auch in Australien: Verkürzte Zahnreihe muss man nicht zwingend wiederherstellen

| Eine Forschung an der University of Adelaide befördert die Überlegungen darüber, ob viele Menschen mit Zahnverlust wirklich Zahnersatz benötigen. Denn wenn nicht jede verkürzte Zahnreihe mit Prothetik wiederhergestellt wird, kann man im öffentlichen Gesundheitswesen viel Geld sparen. In Deutschland gab es eine solche Studie schon im Jahr 2001. |

 

Eine aktuelle australische Studie mit 2.750 Teilnehmern kam zu dem Ergebnis, dass Menschen mit Zahnverlust sich in ihrer Lebensqualität nicht beeinträchtigt sehen, sofern sie noch eine gewisse Anzahl und Art der Zähne haben. Wichtig sind vor allem die Schneidezähne und drei bis fünf okklusale Kontakte.

 

„Für das Gesundheitswesen wirft diese Arbeit die Frage auf, wie Ressourcen verteilt werden sollen – vor allem, wenn viele Menschen derzeit einen Zahnersatz oder andere Korrekturverfahren nicht brauchen“, sagt Professor Marco Peres, Ko-Autor der Studie: „Dieses Geld könnte stattdessen für die Vermeidung von weiterem Zahnverlust, für diagnostische Leistungen und Follow-Ups für den Patienten verwendet werden.“ [1]

 

Zu ähnlichen Ergebnissen war der Kölner Professor Thomas Kerschbaum schon 2001 gekommen: Die wichtigsten Aufgaben erfüllen die „Top 20“, die zentralen zehn Zähne (Frontzähne sowie Prämolaren) im Ober- und Unterkiefer – allerdings nur, wenn sie gesund bzw. funktionstüchtig restauriert sind. Mit dieser Konstellation waren die meisten Aufgaben der Zähne gut abzudecken. Die Frontzähne stellen vor allem Abbeißen, Sprechen und Ästhetik sicher, die Okklusion bleibt stabil, die Funktion des Kiefergelenks wird nicht beeinträchtigt. Um auch noch das Kauen zu ermöglichen, reichten den meisten Untersuchten ihre Prämolaren. [2]

 

Quellen

  • [1] Tan H et al. Do people with shortened dental arches have worse oral health-related quality of life than those with more natural teeth? A population-based study. Community Dentistry and Oral Epidemiology 2015; 43 (1): 33-46.
  • [2] Deutsche Gesellschaft für zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde (DGZPW). Bedarfsermittlung für prothetische Leistungen in der Zahnheilkunde bis zum Jahr 2020. Nürnberg, 2001.

 

Literatur

Quelle: Ausgabe 06 / 2015 | Seite 3 | ID 43388059