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·Fachbeitrag ·Fallbericht

Morbus Parkinson: Nicht nur Mundhygiene, auch Mundtrockenheit ist ein Problem

| Neben manuellen Einschränkungen entwickeln Parkinson-Patienten auch bei der Mundhygiene progressive Defizite. Das Nebenwirkungsspektrum der dopaminergen Medikation beinhaltet Mundtrockenheit und veränderten Geschmackssinn. |

 

An der Universität Köln wurden 15 Parkinson-Patienten nach Ausfüllen eines Fragebogens zur subjektiven Einschätzung von Mundtrockenheit und Halitosis klinisch untersucht (CPITN, Wurzelkaries nach ICDAS, passive Sialometrie, objektive Halitosis – Messung mittels OralChroma®).

 

Die Patienten fühlen sich in der Mundpflege eingeschränkt, die Mehrzahl leidet an trockenem Mund (nachts mehr als tagsüber) und hat Bedarf an beschwerdelindernden Produkten. Die Patienten wurden hier selten von Ihrem Zahnarzt beraten.

 

Die Patienten waren im Mittel 71 Jahre alt und seit neun Jahren an Parkinson erkrankt. Die Mehrzahl der Patienten zeigte Einschränkungen der parodontalen Gesundheit (Gingivitis und Parodontitis) sowie beim Auftreten von Wurzelkaries. Die objektiv gemessene Speichelmenge und objektivierte per OralChroma® gemessene Halitosis stimmte wenig mit dem subjektiven Empfinden der Patienten überein.

 

PRAXISHINWEIS | Morbus Parkinson ist die fünfthäufigste Erkrankung des älteren Menschen und wird deshalb für die Zahnmedizin zunehmend relevanter. Die dargestellten Ergebnisse zeigen, dass ein hoher Präventions- und Therapiebedarf bei Parkinson-Patienten besteht.

 

Quelle

  • Barbe G. Mundgesundheit bei Morbus Parkinson. Deutscher Zahnärztetag 2015, Frankfurt/Main, 6.-7. November 2015.
Quelle: Ausgabe 11 / 2015 | Seite 20 | ID 43661586