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·Fachbeitrag ·Craniomandibuläre Dysfunktion

Der schwierige Fall: Koexistenz einer Myoarthropathie und eines Clusterkopfschmerzes

| Der fortgeleitete Schmerz stellt eine diagnostische Herausforderung dar: So kann beispielsweise kardialer Schmerz über den N. vagus in die kraniofaziale Region fortgeleitet werden und dort eine CMD „simulieren“. Außerdem sind Kombinationen von Kopfschmerzen und/oder Rückenschmerzen mit CMD sehr komplex, wie ein Fall aus der Praxis Dres. Etz in Neckargmünd zeigt. |

 

Korrelation zwischen Kiefer- und Kopfschmerz möglich

Der im Schwerpunkt der Funktionsdiagnostik und -therapie arbeitende Zahnarzt sollte beachten, dass sich unterschiedliche Schmerzphänomene bzw. Krankheitsbilder im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich möglicherweise überlagern und gegenseitig beeinflussen können. So können z. B. schmerzhafte Veränderungen der Kiefermuskulatur und/oder der Kiefergelenke zeitgleich mit spezifischen Kopfschmerzen vorliegen. Daher ist eine gewissenhafte und sachkundige Anamnese und Befunderhebung von entscheidender Bedeutung.

 

Seit sechs Jahren Beschwerden im Bereich des M. masseter und im Nacken

Im vorliegenden Fall gab die Patientin an, seit ca. sechs Jahren dumpf drückende Beschwerden im Bereich des M. masseter beidseits sowie in der Nackenmuskulatur zu haben. Zusätzlich gab sie an, seit einigen Tagen unter einseitigen Kopfschmerzen mit hoher Schmerzintensität zu leiden, welche in kurzen bis minutenlangen Attacken mehrmals täglich auftraten. Als Begleitsymptome beschrieb die Patientin Augenrötung sowie Lärm- und Lichtüberempfindlichkeit.

 

Auf der Basis der allgemeinen/speziellen Anamnese und der klinischen Diagnostik stellte sich heraus, dass es sich im vorliegenden Fall um die Koexistenz einer myogenen kraniomandibulären Dysfunktion sowie eines Clusterkopfschmerzes handelte, der nach der Internationalen Kopfschmerzklassifikation in die Gruppe der trigemino-autonomen Kopfschmerzen eingeordnet wird.

 

PRAXISHINWEIS | Solche fortgeleiteten Schmerzen erfordern in Diagnostik und Therapie ein interdisziplinäres Vorgehen und mehrphasiges Therapiemodell: Durch die koordinierte Einbindung von vier Fachdisziplinen resultierte in diesem Fall auf der Basis einer Kombination aus Schmerz-, Physio-, Psycho- und zahnärztlicher Schienentherapie eine deutliche und beständige Schmerzreduktion.

 

Quelle

  • Etz E G. Koexistenz einer Myoarthropathie und eines Clusterkopfschmerzes. 49. Jahrestagung der DGFDT, Bad Homburg, 24.-26. November 2016.
Quelle: Ausgabe 12 / 2016 | Seite 11 | ID 44377918