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·Fachbeitrag ·Bildgebung

Nebenbefunde erkennen: Verkalkte Carotis, Lymphknoten und Speichelsteine

| Wenn Sie eine Panoramaröntgen- oder eine DVT-Aufnahme der Region des dritten Molaren anfertigen, sind Sie dafür verantwortlich, dass Nebenbefunde erkannt und adäquat eingeschätzt werden, warnt Dr. Dorothea C. Dagassan-Berndt, Oberärztin an der Universität Basel. [1] |

 

Die dentale digitale Volumentomographie (DVT) ist ein etabliertes Verfahren zur Planung und Diagnostik vor der operativen Entfernung von Weisheitszähnen, die eine enge Lagebeziehung zu anatomisch wichtigen Strukturen zeigen. Die anatomischen Strukturen der Region um den 8-er lassen sich im DVT ohne Verzerrungen oder Überlagerungen darstellen. Darüber hinaus werden auch die umliegenden Gewebe mit ihren Nebenbefunden abgebildet.

 

Betrachten Sie deshalb nicht nur die Zähne des Patienten! Die Region inferior des Mandibularwinkels in Höhe der Wirbelkörper C3 und C4 sollten Sie immer mit abklären: Bei einer Verschattung der Halsschlagader (A. carotis) sollten Sie den Patienten zur weiteren Abklärung an seinen Hausarzt oder einen entsprechenden Facharzt zur zeitnahen Abklärung verweisen. Sie können ihm so einen Schlaganfall ersparen!

 

Gerade bei Patienten über 50 Jahren und bei Patienten mit Risikofaktoren sollten Sie den lateralen Arealen besondere Aufmerksamkeit schenken. Es ist ratsam, vor allem die Risikopatienten für weitere Abklärungen ‒ zum Beispiel mit Ultraschall ‒ zu überweisen.

 

  • Differenzialdiagnosen radioopaker Strukturen im Bereich der A. Carotis

Anatomische Strukturen 

  • Kalzifizierter Weizenknorpel (Cartilago triticea)
  • Kalzifizierter Schildknorpel
  • Os hyoideum
  • Kalzifiziertes ligamentum stylohyoideum
  • Kalzifiziertes ligamentum thyrohyoideum
  • Kehldeckel

 

Pathologische Veränderungen 

  • Kalzifizierte Lymphknoten
  • Kalzifizierungen der Arteria carotis communis
  • Phlebolithen
  • Submandibuläre Speichelsteine
  • Tonsillolithen
 

Arteriosklerotische Läsionen in der Region der Bifurkation der Arteria carotis communis und der Arteria carotis interna sind die häufigsten Ursachen für den zerebrovaskulären Infarkt. Auf 225 (5,6 Prozent) von 4.007 Panoramaschichtaufnahmen, die an der Universität Basel ausgewertet wurden, waren uni- oder bilaterale Radioopazitäten zu erkennen. Darunter befanden sich 144 Panoramaschichtaufnahmen (3,6 Prozent) mit Kalzifikationen im Bereich der Arteria carotis communis, 73 Befunde betrafen kalzifizierte submandibuläre Lymphknoten (1,8 Prozent) und 8 Befunde Sialolithe der Glandula submandibularis (0,2 Prozent). Und 10 der 144 Patienten, bei denen Kalzifikationen der A. carotis communis festgestellt wurden, hatten zuvor bereits einen Hirninfarkt erlitten! [2]

 

Quellen

  • [1] Dagassan-Berndt D C. Extraossäre Nebenbefunde in DVT-Aufnahmen bei der Weisheitszahndiagnostik. Quintessenz 2014; 65 (4): 453-459.
  • [2] Ariayi A S. Weichgewebskalzifikationen auf der Panorama-Schichtaufnahme. Schweiz Monatsschr Zahnmed 2009; 119: 1009-1013.
  • [3] S Baumann-Bhalla; Erkennung von Kalzifikationen der Arteria carotis auf der Panoramaschichtaufnahme zur Prävention cerebrovaskulärer Insulte. Schweiz Monatsschr Zahnmed 2012; 122: 1023-1029.
Quelle: Ausgabe 05 / 2014 | Seite 4 | ID 42654900