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26.05.2011 |Allgemeine Zahnheilkunde

Nuckelflaschenkaries: Aufsuchende Konzepte und Screening im Baby-Alter

Vor rund zwanzig Jahren wurde die Individual- und Gruppenprophylaxe für Kinder und Jugendliche per Gesetz in Deutschland eingeführt. Epidemiologische Untersuchungen belegen die Verbesserung der Mundgesundheit. Doch der Kariesrückgang bei den Vorschulkindern ist noch immer unbefriedigend.  

 

Hippke und Zabel untersuchten 511 Ein- bis Zweijährige und glichen die Befunde mit sozio-demografischen und kariesrelevanten Parametern wie Mundhygiene, Fluoridierung und Ernährung ab. Zusätzlich wurden die Eltern über die Mundhygiene ihrer Kinder befragt. Das Ergebnis: Rund 85 Prozent aller Kinder waren kariesfrei. Als erschreckend bewerten die Autoren jedoch, dass von den Kindern mit Karies rund 80 Prozent die für die Nuckelflaschenkaries typischen Schäden an den Oberkieferfrontzähnen aufwiesen.  

 

Aus der Untersuchung und Befragung wurde ersichtlich, dass vor allem bei Kindern aus sozial benachteiligten Familien unverändert der exzessive Gebrauch der Saugerflasche bei mangelnder Mundhygiene an der Tagesordnung ist. Um die Eltern dieser Karies-Risikokinder aufzuklären, empfehlen die Hamburger Zahnmediziner, statt der bisher üblichen „Komm- Strukturen“ (Patient kommt zum Zahnarzt) aufsuchende Konzepte zu entwickeln, die die Familienhebamme und das Krippenpersonal als Multiplikatoren einbeziehen: Im Alter von zwölf Monaten sollte ein Kariesrisiko-Screening anhand sichtbarer Plaque an den Frontzähnen erfolgen. Risikokinder sollten sehr früh zahnmedizinischer Betreuung zugeführt werden, um die Milchzahnkaries weiter eindämmen zu können, so die Schlussfolgerung der Studie. 

 

  • A Hippke, C Zabel: Karies bei ein- und zweijährigen Krippenkindern. Hamburg 2010. Die Arbeit wurde am 6. Mai 2011 mit dem „Wrigley Prophylaxe Preis 2011“ ausgezeichnet.

 

Volltext 

http://www.wrigley-dental.de/web/secure/prophpreis/index.htm  

Quelle: Ausgabe 06 / 2011 | Seite 3 | ID 145420