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26.01.2011 |Allgemeine Zahnheilkunde

Leitlinie Fissuren- und Grübchenversiegelung - Update November 2010

Die Leitlinie „Fissuren- und Grübchenversiegelung“ der DGZMK wurde turnusmäßig überarbeitet, es wurden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und Studienergebnisse berücksichtigt und eingearbeitet. Im Folgenden stellen wir die Leitsätze im Überblick vor - die Langfassung für Zahnärzte sowie eine Patienteninformation finden Sie unter www.iww.de in Ihrem persönlichen Informationsteil myIWW, Rubriken „Arbeitshilfen“ und „Patienteninformation“. 

 

  • Bei der Fissuren- und Grübchenversiegelung handelt es sich um eine wirksame zahnflächenspezifische Präventionsmaßnahme bei bleibenden Zähnen, die ihren größten Nutzen im Kindes- und Jugendalter aufweist. Ziel ist die Umgestaltung eines plaqueretentiven Fissurenreliefs in eine prophylaxefähige Zahnfläche.

 

  • Die Indikation zur Fissuren- und Grübchenversiegelung sollte nach einer kariesdiagnostischen Untersuchung gestellt werden. Für gesunde plaqueretentive kariesgefährdete bzw. von nicht kavitierten kariösen Läsionen betroffene Fissuren und Grübchen ist die Indikation zur Fissuren- und Grübchenversiegelung gegeben.

 

  • Okklusale Dentinläsionen sollen exkaviert und im Sinne der minimal invasiven Füllungstherapie restauriert werden.

 

  • Bei Patienten mit einem hohen Kariesrisiko soll der frühzeitigen Versiegelung Priorität eingeräumt werden. Kontraindikationen zur Fissuren- und Grübchenversiegelung sind ausgedehnte okklusale Dentinläsionen und Milchmolaren, deren physiologischer Zahnwechsel unmittelbar bevorsteht.

 

  • Für den klinischen Einsatz werden niedrigvisköse methacrylatbasierte Versiegelungsmaterialien - zum Beispiel Auto-und (fluoridfreisetzende) Licht-Polymerisate - empfohlen, da sie eine hohe Effektstärke aufweisen und gegenüber Glasionomerzement länger überleben. Da (fluoridfreisetzende) Licht-Polymerisate als Einkomponenten-Materialien im Vergleich zu Auto-Polymerisaten zeitsparender und weniger verarbeitungssensitiv zu applizieren sind, sollte diesen im klinischen Alltag der Vorzug eingeräumt werden. Glasionomerzemente und Kompomere sind aufgrund hoher Retentionsverluste zur Versiegelung wenig geeignet.

 

  • Vergleichende klinische Untersuchungen zwischen absoluter Trockenlegung mit Kofferdam und relativer mit Watterollen zeigten tendenziell günstigere Retentionsraten für unter Kofferdam applizierte Versiegelungen. Die Mehrzahl aller Vergleichsuntersuchungen konnte aber keine signifikanten Unterschiede nachweisen. Daher wird die relative Trockenlegung als ausreichend angesehen. Bei Behandlung unter relativer Trockenlegung sollte vierhändig gearbeitet werden.

 

  • Als erster klinischer Arbeitsschritt bei der Fissuren- und Grübchenversiegelung wird die Fissurenreinigung mit einem rotierenden Bürstchen oder Pulverstrahlgerät empfohlen. Anschließend soll eine Konditionierung der unpräparierten Schmelzoberfläche mit etwa 35-prozentiger Phosphorsäure für ca. 60 Sekunden am bleibenden Zahn (am Milchzahn für ca. 120 Sekunden) erfolgen. Nach gründlichem Absprayen des Ätzmittels für mindestens 10 Sekunden und forcierter Trocknung soll eine kreidig weiße Schmelzoberfläche sichtbar sein.

 

  • Die Applikation des Versiegelungsmaterials soll anschließend grazil im Fissurenrelief erfolgen. Materialüberschüsse, die zu okklusalen Vorkontakten und einem partiellen oder vollständigen Retentionsverlust führen können, sind zu vermeiden. Zur Lichtpolymerisation sollen Polymerisationslampen mit ausreichender Intensität genutzt werden. Die Polymerisationszeit ist abhängig von der Lichtintensität und dem Versiegelungsmaterial und soll 20 bis 40 Sekunden betragen. Nach der Versiegelerapplikation ist eine Okklusionskontrolle erforderlich; interferierende Überschüsse müssen korrigiert werden.

 

  • Zur Entfernung der oberflächlichen Sauerstoffinhibitionsschicht sollte eine Politur der Fissuren- und Grübchenversiegelung erfolgen. Zur Remineralisation geätzter, aber nicht versiegelter Schmelzareale wird die Lokalapplikation eines Fluoridpräparats empfohlen.

 

  • Eine erste Nachkontrolle der Fissuren- und Grübchenversiegelung sollte innerhalb von sechs Monaten erfolgen. Alle weiteren Kontrollen sollten sich an den in Abhängigkeit vom Kariesrisiko festgelegten Recall-Intervallen orientieren. Im Fall eines Retentionsverlustes ist die Nachversiegelung indiziert.

 

Volltexte 

 

http://www.dgzmk.de/uploads/tx_szdgzmkdocuments/20100300_Langfassung_Fissurenversiegelung.pdf  

 

http://www.dgzmk.de/uploads/tx_szdgzmkdocuments/Patienteninfo_Fissurenversiegelung_29.11.2010.pdf  

 

Quelle: Ausgabe 02 / 2011 | Seite 12 | ID 141785