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23.04.2009 |Allgemeine Zahnheilkunde

Handschuh- und Mundschutzmuffel - mit verpilzten Folgen

Untersuchungen im Rahmen einer Studie der Universität Rostock ergaben, dass Zahnärzte und ihre Mitarbeiter nicht generell mit Handschuhen und Mundschutz am Patienten arbeiten. 78,4 Prozent der Zahnärzte und zahnärztlichen Mitarbeiter gaben an, immer mit Handschuhen zu arbeiten, 13,7 Prozent häufig und 7,8 Prozent selten. 64,7 Prozent der 51 Zahnärzte und ihrer Mitarbeiter führten an, immer einen Mundschutz zu tragen, 23,5 Prozent häufig und 9,8 Prozent selten oder nie. 

 

Dies bleibt nicht ohne Folgen für das Praxisteam: Die Autoren konnten zeigen, dass Zahnärzte und zahnärztliches Personal signifikant häufiger mit dem Pilz Pneumocystis Jirovecii besiedelt sind als Patienten einer Zahnarztpraxis oder die gesunde Normalbevölkerung. Von 51 untersuchten Zahnärzten und zahnärztlichen Mitarbeitern waren 13 (25,5 Prozent), von 53 untersuchten zahnärztlichen Patienten waren 8 (15,1 Prozent) und von den 119 Probanden der Kontrollgruppe waren 3 (2,5 Prozent) mit Pneumocystis Jirovecii besiedelt. 

 

Pneumocystis Jirovecii kann bei Immunsupprimierten eine Pneumocystis-Pneumonie (PCP) verursachen, selten auch Infektionen bei Immungesunden bzw. den Befall anderer Organe. Die Übertragung erfolgt durch Schmierinfektion und aerogen durch Tröpfcheninfektion. Dies lässt eine erhöhte Inzidenz von Pneumocystis Jirovecii bei Personen mit beruflicher Exposition zu menschlichen Aerosolen vermuten. Auch Rauchen oder das seltene Tragen von Handschuhen sind Risikofaktoren für die Besiedelung mit diesem Pilz. 

 

K Dargatz, D Riebold, G Kundt, M Hörning, E C Reisinger, H von Schwanewede: Die Bedeutung von Pneumocystis Jirovecii in der zahnärztlichen Praxis; Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift (2009) 64: 178-183 

 

Volltext 

zahnheilkunde.de/beitragpdf/pdf_6322.pdf  

Quelle: Ausgabe 05 / 2009 | Seite 2 | ID 126110