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23.04.2009 |Allgemeine Zahnheilkunde

Häusliche Gewalt: Misshandlungen erkennen - und dokumentieren!

In den meisten Fällen sind Opfer häuslicher Gewalt nicht in der Lage, allein die Gewaltspirale zu durchbrechen. Durch die richtige und gerichtsverwertbare Dokumentation von Gewaltverletzungen können diese Patienten bei ihrem Weg aus der Gewalt heraus und insbesondere bei einem Gerichtsverfahren unterstützt werden. Immerhin die Hälfte der von der Rechtsmedizin dokumentierten Fälle führt zu einer Gerichtsverhandlung.  

 

Wenn eine Zahn- oder Kieferverletzung behandelt werden muss, ist die Hürde der Gewaltopfer nicht ganz so hoch, sich an den behandelnden Zahnarzt zu wenden. Nicht selten ist es gerade der Zahnarzt, der als erster oder einziger Mediziner aufgesucht wird, weil Schäden im Kiefer- und Zahnbereich eben nicht unbehandelt ausheilen. Daher kommt es darauf an, dass Zahnmediziner bei der Diagnostik von Verletzungen Gewalttaten in Betracht ziehen, auch wenn das Gewaltopfer dies von sich aus nicht anspricht. Hier sind Zahnärzte gefordert, sensibel die Patienten anzusprechen und sie zu ermutigen, sich professioneller Hilfe oder gar Ermittlungsbehörden anzuvertrauen. 

 

Für eine strafrechtliche Verfolgung müssen körperliche Schäden unbedingt genauestens dokumentiert werden. Bei allen unklaren Verletzungen muss immer Misshandlung als eine Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Daher ist es unabdingbar, die rechtsmedizinische Befunddokumentation mit einzubeziehen. Zusätzlich ist ein Foto zur Dokumentation empfohlen. 

 

Praxistipp 

Die Zahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern hat gemeinsam mit dem Rechtsmedizinischen Institut der Universität Greifswald einen mehrseitigen Befundbogen erstellt, der speziell auf Zahnarztpraxen ausgerichtet ist. Diesen Befundbogen finden Sie am Ende des Beitrags. 

 

Im Online-Archiv finden Sie auch die Beiträge „Kindesmisshandlung: Erkennen Sie die Zeichen!“ („Zahnmedizin Report“ Nr. 8/2008) und „Mindestens fünf Prozent der Senioren sind Opfer familiärer Gewalt“ („Zahnmedizin Report“ Nr. 12/2008). 

Fachtagung „Gewalt in der Familie - früh erkennen - richtig handeln“, Rostock, 31. Januar 2009 

 

Weitere Beiträge: 

www.iww.de/index.cfm?pid=1325&pk=120437&fk=55&opv=11221  

www.iww.de/index.cfm?pid=1325&pk=122858&fk=55&opv=11417  

 

Quelle: Ausgabe 05 / 2009 | Seite 5 | ID 126113