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26.08.2009 |Allgemeine Zahnheilkunde

Es muss nicht das teure MTA sein - billiger Portlandzement tut es auch

Mineralisches Trioxid-Aggregat (MTA) wurde als Ersatz für Formocresol bei der Pulpotomie im Milchzahngebiss gefeiert und in den Markt gedrückt. Doch nun ist die Stimmung in der internationalen Fachwelt umgeschlagen:  

 

Nach Ansicht von schweizerischen wie auch von brasilianischen Wissenschaftlern bieten die vorhandene Literatur und klinische Studien eine solide Grundlage, das teure MTA durch den wesentlich preisgünstigeren Portlandzement zu ersetzen. Schweizer Wissenschaftler hatten deshalb einen medizinischen Portlandzement entwickelt, der in seiner Chemie dem kommerziellen MTA (ProRoot®/Dentsply) entspricht, aber wesentlich preisgünstiger ist. Zahnmedizin Report berichtete darüber in der Ausgabe Nr. 5/2009 [1]. 

 

Portlandzement könnte ein Ersatz für die meisten endodontischen Materialien sein, die in Milchzähnen verwendet werden, folgern Steffen et al. aus einer Literaturrecherche. Sie verglichen MTA und Portlandzement in Bezug auf klinische, biologische und mechanische Eigenschaften sowie eine mögliche Substitution von MTA durch Portlandzement für endodontische Anwendungen.  

 

Die Überprüfung von 50 Studien hatte ergeben, dass MTA und Portlandzement die gleichen klinischen, biologischen und mechanischen Eigenschaften haben. Auch in Tierversuchen und in technischen Charakterisierungen scheinen beide Materialien sehr ähnliche Eigen­schaften zu besitzen. Es ist wahrscheinlich, so folgern Steffen et al., dass die MTA-Materialien auf industriellem Portlandzement basieren - der einzige Unterschied sei wohl, dass in MTA Bismut-Oxid zur besseren Radioopazität hinzugefügt ist [2].  

 

Auch in einer randomisierten Studie an 30 Milchzahn-Molaren zeigten sich im Zwei-Jahres-Follow-Up klinisch und radiografisch keine signifikanten Unterschiede zwischen Protlandzement und MTA bei der Bildung einer Dentinbrücke. Sakai et al. teilen die Auffassung, dass Portlandzement ein effektiver und kostengünstiger Ersatz für MTA sei [3].  

 

  • [1] Kinderzahnärzte gegen MTA-Mondpreise; Zahnmedizin Report (2009); 5: 3

Link 

www.iww.de/index.cfm?pid=1325&pk=126111&fk=55&opv=11636  

 

  • [2] R Steffen et al.: Understanding mineral trioxide aggregate/Portland cement: A review of literature and background factors; Eur Archs Paediatr Dent (2009); 10: 93-97

Abstract 

www.eapd.gr/EAPDJournal/2009v10/Issue_2/Vol_10_2_June_Steffen.htm  

 

  • [3] V T Sakai et al.: Pulpotomy of human primary molars with MTA and Portland cement: A randomised controlled trial; British Dental Journal; Online veröffentlicht, 24. Juli 2009

Abstract 

www.nature.com/bdj/journal/vaop/ncurrent/abs/sj.bdj.2009.665.html  

Quelle: Ausgabe 09 / 2009 | Seite 2 | ID 129508