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01.12.2006 | Allgemeine Zahnheilkunde

Erosionen durch Reflux auch bei Kindern

Initiale Zeichen von saurem gastroösophagealem Reflux an den Zähnen sind nicht leicht zu erkennen. Es ist aus diesem Grunde wichtig, dass das zahnärztliche Fachpersonal die Veränderungen (er)kennt, sie richtig interpretiert und den Patienten gegebenenfalls an den Gastroenterologen zur weiteren Abklärung überweist.  

 

Ein elfjähriger Junge wurde wegen Verdachts auf Erosionen untersucht. Die Anzeichen für Reflux wurden über fünf Jahre nicht erkannt. Da die mündliche Ernährungsanamnese zeigte, dass der Patient viel Cola-Getränke, Orangensaft und Eistee trank, wurden die Erosionen dieser Ernährungsweise zugeschrieben und der Patient wurde angehalten, seine Ernährungsgewohnheiten zu ändern.  

 

Erst im Rückblick erkannte man, dass der erste bleibende Molar des Oberkiefers bei genauem Betrachten palatinal Erosionen zeigte. Die Milchzähne zeigten eine Karies sicca und palatinal ebenfalls erosive Veränderungen. Diese Lokalisation der Erosionen ist meistens assoziiert mit Reflux und/oder Erbrechen. 

 

Praxistipp

Gastroösophagealer Reflux ist eine der häufigsten gastroenterologischen Diagnosen bei Erwachsenen und Kindern. Ungefähr sieben bis zehn Prozent der Bevölkerung haben täglich störendes Sod- oder Magenbrennen, saures Aufstoßen oder Regurgitation. Schon Kinder von einem Jahr zeigen in rund acht Prozent der Fälle Reflux. 

 

C H Wilder-Smith, A Lussi: Dentale Erosionen bei Kindern und Jugendlichen: gastroenterologische Hintergründe; Schweiz Monatsschr Zahnmed (2006) 116: 917-922  

 

 

Quelle: Ausgabe 12 / 2006 | Seite 4 | ID 95130