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·Article ·Adhäsivtechnik

Etch-and-rinse-Systeme: Verwenden Sie Chlorhexidin als „therapeutischen Primer“

| Verwenden Sie Chlorhexidin (0,2%) in Form einer reinen wässrigen Lösung bei Etch-and-rinse-Systemen als „therapeutischen Primer“, empfehlen Dr. Sabrina Strobel und Prof. Dr. Elmar Hellwig (Universität Freiburg): CHX nach dem Ätzen des Dentins sorgt dafür, dass der Haftverbund zum Dentin wesentlich länger und stärker anhält. |

 

In der modernen Adhäsivtechnik stellt der Verbund zwischen Dentin und Füllungsmaterial (Komposit) die größte Herausforderung dar. Der durch die Säure-Ätz-Technik (Etch-and-rinse-Technik) erzeugte Verbund zum Dentin verliert in den ersten 0,5 bis 5 Jahren deutlich an Stärke, was zu Sekundärkaries, Hypersensibilitäten und Füllungsverlusten führen kann.

 

Für den Verlust der Haftung können zwei Tatsachen maßgeblich sein:

 

  • Durch das Ätzen des Dentins mit Phosphorsäure wird das freigelegte Kollagen nur unvollständig vom anschließend verwendeten Haftvermittler infiltriert. Dadurch verbleibt zwischen Hybridschicht und Dentin eine Schicht von freigelegtem, aber nicht infiltriertem Kollagen (sogenannte Nanoleakage).

 

  • Dieses nicht infiltrierte Kollagen enthält Matrix-Metalloproteinasen (MMP), die zum Abbau dieses Kollagens führen können. Diese Enzyme liegen grundsätzlich in inaktiver Form im Dentin vor, werden aber durch Phosphorsäure und Haftvermittler aktiviert. Folglich kann es zur Desintegration der Hybridschicht und zum allmählichen Verlust des Dentinhaftverbundes kommen. Eine Möglichkeit, dies zu verhindern, ist die Inhibition dieser MMP durch Chlorhexidin.

 

PRAXISHINWEIS | Bei der Verwendung von Chlorhexidin als therapeutischen Primer nach dem Ätzvorgang werden die Matrix-Metalloproteinasen (MMP) unspezifisch gehemmt, wodurch nachweislich sowohl die Hybridschicht als auch der Dentinhaftverbund länger erhalten bleiben.

 

Quelle

  • Strobel S et al. Der Einfluss von Matrix-Metalloproteinasen und Chlorhexidin auf den adhäsiven Verbund – Eine Literaturübersicht. SWISS DENTAL JOURNAL SSO 2015; 125: 141-145. 

 

Literatur 

Quelle: Ausgabe 04 / 2015 | Seite 4 | ID 43264296