· ZR-Fachgespräch
„Interdisziplinäre Präventionsmedizin stärkt Longevity!“

Longevity steht für die Verlängerung der gesunden Lebensspanne eines Menschen. In diesem Kontext rückt die Zahnmedizin immer mehr in den Fokus. Einige Aspekte dazu haben wir im Gespräch mit Frau PD Dr. Dr. Andrea Grandoch, MSc., Vorstandsmitglied der neu gegründeten Deutschen Gesellschaft für Longevity in der Zahnmedizin e. V. (DGFLZ, dentgevity.de ) und zuständig für das Ressort „Forschung und Wissenschaft“, aufgegriffen.
REDAKTION: Frau PD Grandoch, die DGFLZ möchte die Rolle der Zahnmedizin in der modernen Präventionsmedizin neu definieren. Zahnmedizin ist, gerade im Vergleich zu medizinischen Disziplinen, in der Prävention doch eigentlich schon sehr gut aufgestellt und Zusammenhänge zwischen systemischen Krankheiten und der Mundgesundheit sind bekannt. Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse der Longevity-Forschung sehen Sie hier als noch zu unzureichend umgesetzt?
GRANDOCH: Obwohl der Mundraum mittlerweile nicht mehr isoliert, sondern als entscheidender primärer Manifestationsort systemischer Erkrankungen betrachtet wird, besteht immer noch eine Lücke zwischen den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Longevity-Forschung und deren Umsetzung in der alltäglichen zahnärztlichen Praxis: Wenngleich die Longevity-Forschung den Körper als ganzheitlich vernetztes System betrachtet, arbeiten Human- und Zahnmedizin in der Praxis oft immer noch weitgehend isoliert voneinander. Diese Lücke möchte die im April 2026 gegründete DGFLZ schließen und versucht, als erste wissenschaftliche Fachgesellschaft in Deutschland, die Brücke zwischen zellulärer Langlebigkeitsforschung und evidenzbasierter Zahnheilkunde zu bilden, um Zahnärztinnen und Zahnärzte als zentrale Akteure der Allgemeinprävention zu etablieren. Sie sehen Patienten oft als „Erstkontakt“ in ihrer Praxis. Orale Manifestationen systemischer Erkrankungen können so bei einem Routine-Kontrolltermin bereits detektiert werden, noch bevor sich das vollständige Krankheitsbild zeigt. Zudem können sie durch die Regelmäßigkeit der Patientenbesuche früh die Kernthemen (Schlaf/ Hormone/Vitamine- und Mikronährstoffe/ Bewegung/ Körpergewicht/ Blutdruck) der Langlebigkeit ansprechen und die Patienten sensibilisieren.
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