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  • ·ZR-Fachgespräch

    „Für alle Betroffenen ist eine gute Mundhygiene wichtig!“

    Bild:©rh2010 - stock.adobe.com

    | Die letzte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V) aus dem Jahr 2014 hat erstmalig auch Erosionen erhoben, etwa 45 % der Bevölkerung sind betroffen (ZR 10/2016, Seite 8). Davon hat ein Großteil nur leichte Schäden. Prof. Dr. Annette Wiegand ist Direktorin der Poliklinik für Präventive Zahnmedizin, Parodontologie und Kariologie der Universitätsmedizin in Göttingen. Seit vielen Jahren forscht sie unter anderem zur Ätiologie, Prävention und Therapie von Erosionen. Mit ihr sprach ZR-Schriftleiterin Dr. med. dent. Kerstin Albrecht. |

     

    Frage: Frau Professor Wiegand, wie kommt es zu säurebedingten Zahnhartsubstanzverlusten?

     

    Antwort: Bei Zahnerosionen unterscheiden wir zwischen intrinsischen und extrinsischen Ursachen. Die extrinsischen hängen mit bestimmten Ernährungsgewohnheiten bzw. Diäten zusammen. Zum Beispiel essen Vegetarier oder Menschen, die sich besonders gesund ernähren wollen, häufig viel Obst, trinken Smoothies oder Säfte. Die Fruchtsäuren greifen dabei die Zahnhartsubstanz an. Daneben können auch Softdrinks sehr sauer sein. Sie sind häufig erosiv und aufgrund des Zuckergehalts kariogen zugleich. Zu den intrinsischen Ursachen zählen in der Hauptsache Essstörungen, darunter insbesondere die Bulimie. Daneben ist Reflux eine der intrinsischen Hauptursachen für Erosionen, insbesondere der meist unbemerkte Nachtreflux. Auch sollten Behandler an Alkoholismus denken.