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  • · Fachbeitrag · Seniorenzahnmedizin

    Schlechte Mundgesundheit lässt Senioren schneller gebrechlich werden

    | Eine schlechte Mundgesundheit ist mit einem erhöhten Risiko verbunden, im Alter gebrechlich zu sein und zu werden. Die Erkennung und Behandlung schlechter Mundgesundheit bei älteren Menschen ist deshalb sehr wichtig! |

     

    Schlechte Mundgesundheit wirkt sich zum einen direkt auf die Nahrungsaufnahme und den Ernährungszustand aus. Zum anderen ist sie aber auch begleitendes Symptom einer allgemeinen Gebrechlichkeit. Gebrechlichkeit wird nach dem Index von Fried mit drei oder mehr folgender Kriterien definiert: Gewichtsverlust, nachlassende Griffkraft, Erschöpfung, langsame Gehgeschwindigkeit und geringe körperliche Aktivität.

     

    Ausgewertet wurde in einer britischen Studie der Zahnstatus von 1.622 Männern zwischen 71 und 92 Jahren in Allgemeinarztpraxen. Nach drei Jahren war jeder zehnte Senior gebrechlich. Das Risiko war höher, wenn jemand keine Zähne mehr hatte, drei oder mehr Symptome für einen trockenen Mund aufwies und wenn er selbst eine schlechte Zahngesundheit angab. Je mehr Zahnprobleme ein Teilnehmer hatte, desto größer war sein Risiko, gebrechlich zu werden – unabhängig von sozioökonomischen Faktoren oder von Begleitkrankheiten.

     

    PRAXISHINWEIS | Die Mundgesundheit wird bei der Beurteilung und Pflege älterer Menschen unterbewertet, beklagen PhD Sheena E. Ramsey (Universität Newcastle) und Kollegen. Obwohl kausale Zusammenhänge aus ihrer Studie nicht vollständig ermittelt werden können, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Mundtrockenheit oder die Anhäufung von Mundgesundheitsproblemen starke Marker und Prädiktoren für Gebrechlichkeit bei älteren Menschen sind.

     

    Quelle

    • Ramsey S E et al. Influence of Poor Oral Health on Physical Frailty: A Population-Based Cohort Study of Older British Men. J Am Geriatr Soc. 2018 Mar; 66 (3): 473-479.

     

    Literatur

    Quelle: Ausgabe 05 / 2018 | Seite 4 | ID 45239085