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·Fachbeitrag ·Orthopädie

Bisslage und Körperstatik ‒ gibt es Zusammenhänge?

| Kieferorthopäden der Universität Frankfurt beschreiben seit mehreren Jahren in zahlreichen Studien die Zusammenhänge zwischen Körperstatik und Bisslage ‒ diese Studien werden auch im Zusammenhang mit CMD oft zitiert. Schon 2009 beschrieben sie, dass sich Veränderungen der Okklusion durch Watteröllchen auch im Steh- und Gehverhalten niederschlagen. [1] Jetzt wollen sie an Bundesliga-Hockeyspielern die Auswirkungen von verschiedenen Mundschutzarten auf die Körperstatik nachgewiesen haben ‒ Hannoveraner Orthopäden allerdings sehen das kritisch. |

 

Daniela Ohlendorf und Kollegen von der Universität Frankfurt untersuchten die Wirkung von individuell angefertigten Zahnbissschienen auf die Wirbelsäule. Dazu verwendeten sie ein Bewegungsanalyseverfahren, das mittels Ultraschallsignalen die Lageveränderung von definierten Punkten auf der Rückenoberfläche erfasst. Sie schließen aus Lageveränderungen dieser Sensorpositionen auf einen Einfluss der individuell angepassten Schienen auf die „funktionelle Wirbelsäulenstellung“ bei ihren Testpersonen. Ferner erfolgten bei individueller Anpassung des Mundschutzes in zentrischer Kiefergelenksposition andere Veränderungen als ein Mundschutz, der das Kiefergelenk in habitueller Situation lässt.

 

Orthopäden der MHH zeigten in einem Leserbrief an die Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin nun eklatante Mängel sowohl in der Planung der Untersuchung als auch in der methodischen Bearbeitung und letztlich in den gezogenen Schlussfolgerungen auf. Ein über die Körperoberfläche referenzierendes Bewegungsanalysesystem sei rein messtechnisch gesehen nicht geeignet, die Stellung der Bewegungssegmente der Wirbelsäule zu erfassen. [3]

 

Quellen

  • [1] Durch Watterollen aus dem Gleichgewicht gebracht? Zahnmedizin Report (2009) (5): 2
  • [2] D Ohlendorf et al.: Vergleich zweier verschiedener Sportmundschutze im Hinblick auf die Oberkörperstatik. 44. Jahrestagung der AfG, Mainz 12.-13. Januar 2012
  • [3] F Gossé et al.: Leserbrief in der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin (2012) 63: 53

 

Quelle: Ausgabe 04 / 2012 | Seite 6 | ID 32560860