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  • ·Emotionen

    Die Macht der heilenden Worte

    Bild:©luckybusiness - stock.adobe.com

    von Sebastian Knop, Zahnarzt mit Hypnosezertifikat (DGH), Dortmund

    | „Du musst keine Angst haben, das ist gar nicht schlimm!“ Wenn Eltern ihre Kinder mit diesen Worten ins Sprechzimmer begleiten, stellen sich mir schon innerlich die Nackenhaare auf. Nach dem Motto, „gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut“, machen sie ihren Kindern damit erst recht Angst oder verunsichern sie. Dass Eltern Laien sind, denen man dieses Verhalten nicht zum Vorwurf machen kann, macht dies natürlich verzeihlich. Aber auch Profis machen diese Fehler, wenn (zahn-)ärztliches Personal z. B. sagt „Das piekst jetzt gleich“ oder „Ich gebe Ihnen jetzt eine Spritze“. Warum diese Worte bisweilen eine schädliche Wirkung haben und wie man es besser machen kann, erläutert der folgende Artikel. |

    Das Beispiel mit der schwarzen Katze

    Worte lösen in unserer Vorstellung bestimmte Bilder und Emotionen aus. Bei Kindern ist dies besonders stark ausgeprägt, aber auch Erwachsene sind dafür mehr oder weniger gut empfänglich. Denn während die Aussage „keine Angst“ zwar logisch korrekt erfasst werden kann, so kennt unsere Vorstellung keine Verneinung und im Kopf bleibt das Bild von „Angst“.

     

    • Beispiel 1

    Wenn Eltern ihren Kindern die Botschaften „keine Angst“, „es ist nicht schlimm“ oder „es tut nicht weh“ mitgeben, sage ich ihnen gerne, um ihnen ihr Handeln verständlich zu machen: „Denken Sie einmal nicht an eine schwarze Katze. Und stellen Sie sich auf keinen Fall vor, wie sich das anfühlt, wenn Sie mit Ihrer Hand über ihr samtweiches Fell streichen.“ Natürlich kann dieser Auftrag nicht erfüllt werden. Trotz der Wörter „nicht“ und „auf keinen Fall“ denkt man doch an die schwarze Katze ‒ an die man wahrscheinlich in diesem Moment niemals gedacht hätte, wenn man nicht durch diese Worte darauf aufmerksam gemacht worden wäre.