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  • · Fachbeitrag · CME-Beitrag

    Motivation heißt Selbstwirksamkeit stärken

    | In der zahnmedizinischen Praxis reicht die restaurative Behandlung alleine oft nicht aus. Bei multifaktoriellen Erkrankungen wie Karies und Parodontitis beeinflusst der Patient mit seinem individuellen Verhalten in großem Maße den Krankheitsverlauf. Das MI (Motivational Interview) zeigt Wege auf, wie der Zahnarzt/die Zahnärztin die Eigenverantwortung der Patienten stärken kann. Eine britische Studie zur Kariesprävention bei Kindern hat mit dieser Methode Erfolge gezeigt [1]. |

    Wie das MI entstand und wie der Zahnarzt es einsetzen kann

    Anfang der 1990er-Jahre wurde das MI von den Psychologen Miller und Rollnick zunächst zur Behandlung von Suchterkrankten entwickelt. Die Psychologen definierten MI als eine klientenzentrierte Kommunikationsmethode, bei der Ambivalenzen erforscht und aufgelöst werden, um eine intrinsische Motivation für eine Verhaltensänderung zu erreichen [2]. Der (Zahn-)Arzt sollte dem Patienten im Gespräch ermöglichen, seine Ambivalenz zum Ausdruck zu bringen, also positive und negative Aspekte des jeweiligen Verhaltens zu eruieren. Dabei beschreiben Rollnick und Miller, dass Widerstand und Change-Talk die Gegenpole der Ambivalenz darstellen. Zum Widerstand zählen die Autoren die Aspekte, die den Patienten am gesundheitsschädlichen Verhalten festhalten lassen. Im Change-Talk spricht der Patient darüber, wie er seine Gesundheit verbessern kann. Der Therapeut sollte im Blick haben, dass er durch eine konfrontative Ausdrucksweise den Widerstand verstärkt und durch eine empathische und evozierende (herauslockende) Gesprächssituation die Selbstwirksamkeit und den Change-Talk anregen kann.

     

    • Widerstand auslösendes Gesprächsbeispiel: