· Fachbeitrag · Arbeitsschutz
Zahnärztliche Lichtquellen nicht ungefährlich für Behandler
Epidemiologische Daten belegen Zahnärzten im Vergleich zu anderen Berufsgruppen ein deutlich höheres Risiko für Sehstörungen. Zurückzuführen ist das auf die Arbeit mit permanenten Lichtquellen an Lupenbrille, Behandlungseinheit oder Polymerisationslampe im zahnärztlichen Alltag.
In Versuchen konnte belegt werden, dass die Arbeitsbeleuchtung je nach Lichtquelle sowohl die innere als auch die äußere Blut-Retina-Schranke im Auge stört: Blutgefäße in der Netzhaut werden deutlich reduziert und Entzündungs- und Immunreaktionen ausgelöst. Dabei verursacht schwaches Halogenlicht die geringsten Netzhautschäden, blaues oder weißes LED-Licht hingegen stört die Homöostase der Blut-Netzhaut-Schranke empfindlich. Die Forschenden raten daher dazu, bei guten Sichtverhältnissen, die Lichtintensität herunterzuregeln und alternativ zu Halogenlampen mit geringer Intensität zu greifen. Blaues Licht verursacht die größten Schäden, daher sind Schutzmaßnahmen bei der Lichthärtung ein Muss. Da auch weißes LED-Licht Blaulichtanteile enthält, raten die Forschenden dazu, die Lichtquellen im Herstellungsprozess entsprechend anzupassen.
Quelle
- Sun H et al. Chronic dental lighting disrupts blood-retinal barrier homeostasis via vascular and inflammatory pathways Int J Oral Sci 2026;18:11, doi.org/10.1038/s41368-025-00414-3