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05.03.2010 |Haftpflicht

Versicherer fragen wieder öfter nach Fremdrechnungen

Ein Leser fragt: „Vielleicht hören wir das Gras wachsen, aber wir stellen fest, dass Versicherungen wieder penetranter nach Fremdleistungsrechnungen fragen, in die sie Einsicht haben möchten. Hat das tiefere Gründe?“ 

Unsere Antwort: Es könnte einen Zusammenhang zu der „VW-Entscheidung“ des BGH zu den Stundenverrechnungssätzen geben (siehe zuletzt in Ausgabe 12/2009, Seite 7 bis 10). 

Der BGH hat entschieden, dass der Versicherer hinsichtlich Autos, die über die Herstellergarantie hinaus gealtert sind, auch auf markenfremde oder -freie Werkstätten verweisen darf, wenn die Reparaturen dort technisch gleichwertig sind. So würde es durchaus nahwliegen, dass mit dem Fremdrechnungsmaterial der Nachweis der technischen Gleichwertigkeit geführt werden soll. Zielgruppe sind dabei die Markenwerkstätten, die über Bagatellen hinausgehende Karosserieschäden außer Haus erledigen lassen. Weiß man, welchen Subunternehmer die beschäftigen, liegt es auf der Hand zu sagen: „Die Reparatur bei Karosserie-XY ist technisch gleichwertig, denn wenn das Fahrzeug bei Marken-ZZ abgegeben worden wird, wird es auch bei Karosserie-XY repariert. Also ist Karosserie-XY auf die Marke ZZ geschult und geübt“. Ganz unabhängig davon: Der Versicherer hat niemals Anspruch auf Einsicht in die Fremdrechnung. Bisher konnte man sich ja damit behelfen, die Zahlen zu schwärzen, wenn man zum Nachweis für die Verbringungskosten die Lackierrechnung vorgelegt hat. Wenn es aber um ganze Reparaturvorgänge geht, interessiert den Versicherer eher nicht das Zahlenwerk, sondern vordringlich der Briefkopf. Also gilt weiterhin die goldene Regel: Fremdrechnungen niemals herausgeben. Der Versicherer hat keinen Anspruch darauf. 

Unser Service: Beachten Sie den Textbaustein 139. 

Quelle: Ausgabe 03 / 2010 | Seite 3 | ID 134081