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·Fachbeitrag ·Die 20 wichtigsten Rechtsirrtümer aus dem Erbrecht

Rechtsirrtum der Woche: „Ein Testament muss immer mit „Testament“ oder „Mein letzter Wille“ überschrieben sein “

| An dieser Stelle informieren wir Sie einmal in der Woche über die größten Rechtsirrtümer rund um das Thema „Erben und Vererben“. Wir befassen uns hier insbesondere mit Irrtümern über Testamente, das Pflichtteilsrecht, Vor- und Nacherbschaft, Testamentsvollstreckung und vielem mehr. |

 

  • Rechtsirrtum Nr. 5„Ein Testament muss immer mit „Testament“ oder „Mein letzter Wille“ überschrieben sein“

Das ist falsch. Es muss sich nur aus dem Dokument selbst ergeben, dass ein Wille, sein Vermögen zu vererben, besteht. Daher kann unter Umständen auch ein Brief ein formwirksames Testament darstellen.

 

Entscheidend ist, dass sich aus dem Dokument der Testierwille des Erblassers ermitteln lässt. D. h., der Erblasser muss in dem Willen handeln, eine Verfügung von Todes wegen abgeben zu wollen.

 

Liegt ein Testierwille nicht unproblematisch vor, wie es bei den Überschriften „Testament“ oder „letzter Wille“ unproblematisch sein dürfte, muss der Testierwille im Wege der Auslegung im Sinne des § 133 BGB ermittelt werden. Aus dem Inhalt des Dokuments ist nach dem mutmaßlichen wahren Willen des Erblassers zu schließen. Eventuell sind auch die Umstände, unter denen das Dokument verfasst wurde, mit heranzuziehen (z. B. während eines Krankenhausaufenthalts kurz vor dem Ableben).

 

Es kommt ausschließlich auf den Willen des Erblassers an und nicht darauf, wie ein objektiver Dritter das Testament versteht. Unerheblich ist auch, ob das Testament vernünftig ist. Der sonst zur Vertragsauslegung heranzuziehende objektive Empfängerhorizont nach §§ 133, 157 BGB ist unerheblich.

 

Entscheidend ist auf den Zeitpunkt der Testamentserrichtung abzustellen. Zur Auslegung heranzuziehen sind alle Umstände, die in und außerhalb des Dokuments bei der Ermittlung des wahren Willens des Erblassers hilfreich sind.

 

Ist der wahre Wille des Erblassers nicht zu ermitteln, kann eine ergänzende Testamentsauslegung herangezogen werden. Mit ihr können Lücken im Testament geschlossen werden, die der Erblasser nicht bedacht hat. Die ergänzende Testamentsauslegung erfolgt, indem man die Frage stellt: „Was hätte der Erblasser gewollt, wenn er diese Umstände gekannt oder bedacht hätte?“

 

Entscheidend für die Qualifizierung eines Dokuments als Testament ist damit der Inhalt des Dokuments oder das, was durch Auslegung zu ermitteln ist, unabhängig davon, ob es eine klare Überschrift als „Testament“ gibt.

 

Quelle | Die 20 wichtigsten Rechtsirrtümer aus dem Erbrecht werden von der „St-B-K Steuerberatung & Rechtsberatung Krefeld“ (www.st-b-k.de) zur Verfügung gestellt.

Quelle: ID 46495378