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BeschlüsseHeilmittelverordnung: Änderungen zum 01.07.2021

16.06.20212 Min. LesedauerIWW

Bei einem langfristigen Heilmittelbedarf (PP 05/2021, Seite 5) oder einem besonderen Verordnungsbedarf (PP 04/2019, Seite 6) darf von den orientierenden Verordnungsmengen laut Heilmittelkatalog abgewichen werden (PP 12/2019, Seite 4). Wann ein solcher Bedarf vorliegt, richtet sich nach den jeweiligen Diagnoselisten. Diese wurden zum 01.07.2021 aktualisiert.

Langfristiger Heilmittelbedarf: sieben neue Krankheitsbilder

Die Diagnoseliste gemäß Anlage 2 zur Heilmittel-Richtlinie (HeilM-RL) wurde um sieben Krankheitsbilder erweitert. Die Änderungen basieren auf einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom 18.03.2021 (g-ba.de/beschluesse/4754/).

Neu in die Diagnoseliste aufgenommene Krankheitsbilder

  • Guillain-Barré-Syndrom (Erkrankung des peripheren Nervensystems)
  • Normaldruckhydrozephalus (Störung der Hirn-, Rückenmark- und Nervenfunktion)
  • Blutungsbedingte Gelenkschäden (Arthropathia haemophilica)
  • Ehlers-Danlos-Syndrom (Erkrankungen des Bindegewebes)
  • Glasknochenkrankheit (Osteogenesis imperfecta)
  • Angeborene Fehlbildungssyndrome vorwiegend an den Extremitäten
  • Schwere Verbrennungen oder Verätzungen

Besondere Verordnungsbedarfe: Long-COVID mitaufgenommen

Bei Langzeitfolgen einer Coronainfektion können Ärzte Physio- oder Ergotherapie verordnen (Diagnose: U09.9 Post-COVID-19-Zustand, nicht näher bezeichnet). Ihr Heilmittelbudget wird dadurch nicht belastet. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben ihre Rahmenvorgaben für die Wirtschaftlichkeitsprüfung entsprechend angepasst (online unter iww.de/s5062).

Indikation Long- bzw. Post-COVID seit dem 01.07.2021

Physiotherapie:

  • AT – Störungen der Atmung; mögliche Maßnahmen laut Heilmittelkatalog: Krankengymnastik und Inhalation
  • Wirbelsäulenerkrankungen; mögliche Maßnahmen: Krankengymnastik (Gruppe) oder manuelle Therapie

Ergotherapie:

  • SB1 – Erkrankungen der Wirbelsäule, Gelenke und Extremitäten (mit motorisch-funktionellen Schädigungen); mögliche Maßnahmen: motorisch-funktionelle Behandlung
  • PS2* – neurotische, Belastungs-, somatoforme und Persönlichkeitsstörungen; mögliche Maßnahmen: psychisch-funktionelle Behandlung
  • PS3* – wahnhafte und affektive Störungen/Abhängigkeitserkrankungen; mögliche Maßnahmen: psychisch-funktionelle Behandlung, Hirnleistungstraining

AUSGABE: PP 07/2021, S. 3 · ID: 47462692

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