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·Fachbeitrag ·Implantologie

Knochen an der Verschlussschraube nach dem Freilegen entfernen - was ist berechenbar?

| Die Implantate dürfen erst freigelegt werden, wenn sie vollständig im Knochen eingeheilt sind (Osseointegration). In Einzelfällen zeigt sich, dass der Knochen über das Implantat und die Verschlussschraube gewuchert ist. Wie rechnet man das - teils aufwendige - Entfernen ab? |

Kann eine chirurgische Wundrevision berechnet werden?

Für das Entfernen des überschüssigen Knochens am Implantat und ggf. an der Verschlussschraube trifft auf den ersten Blick die Leistungslegende der GOZ-Nr. 3310 zu. Sie lautet: „Chirurgische Wundrevision (z. B. Glätten des Knochens, Auskratzen, Naht), je Operationsgebiet (Raum einer zusammenhängenden Schnittführung)“. Die Leistung nach Nr. 3310 kann jedoch nur als selbstständige Leistung berechnet werden, sodass diese in gleicher Sitzung und Region nicht mit der GOZ-Nr. 9040 für die Freilegung ansatzfähig ist. Es handelt sich bei beiden Gebührenziffern um chirurgische Leistungen.

Knochenentfernung als neue Leistung klassifizieren?

Das Entfernen eines Knochenüberschusses ist keine eigenständige Gebührenziffer, sodass diese nicht nach § 6 Abs. 1 GOZ berechnet werden kann. Die GOZ-Nr. 9040 umfasst das Freilegen eines Implantats mit allen dafür notwendigen Teilleistungen und das Einfügen eines oder mehrerer Aufbauelemente bei einem zweiphasigen Implantatsystem. Die Allgemeinen Bestimmungen zu Abschnitt K ergänzen, dass die primäre Wundversorgung (z. B. Reinigen der Wunde, Wundverschluss) Bestandteil der Leistungen nach Abschnitt K und nicht gesondert berechenbar ist. Die Auflistung der Beispiele, was zur Wundversorgung gehört, ist nicht abschließend, sodass auch die Entfernung von überschüssigem Knochen darunter zu subsummieren ist.

Faktorsteigerung der GOZ-Nr. 9040

Um die erbrachte Zusatzleistung zu berechnen, kann der Gebührensatz der GOZ-Nr. 9040 maximal auf 3,5-fach angehoben werden (Begründung ist die aufwendige Knochenentfernung - wie oben geschildert). Dadurch wird ein Mehrhonorar in Höhe von rund 43 Euro erzielt.

 

Ist der Gebührenrahmen bis 3,5-fach bereits durch die reguläre Freilegung erreicht, kann das Honorar für das Abtragen des Knochens auch nicht über eine Vereinbarung der Vergütungshöhe nach § 2 Abs. 1 GOZ verlangt werden, da diese schriftlich vor dem Beginn der Behandlung vereinbart sein muss. Da die Notwendigkeit jedoch vor der Freilegung in der Regel nicht erkennbar ist, kann keine Vereinbarung getroffen werden. Zeigen sich in der Folgesitzung noch Knochenüberschüsse, so wird das Entfernen nach der GOZ-Nr. 3310 berechnet.

Quelle: Ausgabe 02 / 2017 | Seite 8 | ID 44469316