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Recht

VGH Frankfurt: Restauration in Dentin-Adhäsivtechnik nicht analog nach GOZ-Nr. 215 abrechenbar

Ein ständiger Streitpunkt bei derKostenerstattung ist die Frage, ob in Dentin-Adhäsivtechnikdurchgeführte Restaurationen analog nach den GOZ-Nrn. 215 bis 217(Einlagefüllungen) berechnet werden können. Wir hatten unsmit dieser Frage in „Privatliquida-tion aktuell“ wiederholtbefasst (zuletzt in den Nrn. 1/2001, Seite 8; 2/2001, Seite 13; 5/2001,Seiten 12 und 14; 9/2001, Seite 13; 2/2002, Seite 4). Für denZahnarzt positive Entscheidungen, die die Möglichkeit derAnalogberechnung bejahen, liegen zu dieser Frage unter anderem von denAmtsgerichten Fürth, Stuttgart, Erlangen, Hamburg-Harburg,Wittlich, Bremen, Mainz, Bayreuth und Schwetzingen sowie vomVerwaltungsgericht Minden vor (siehe „Privatliquidationaktuell“ Nr. 1/2001, Seite 9, und Nr. 5/2000, Seite 3).

Ein für Zahnärzte negatives Urteil hatdas Verwaltungsgericht Frankfurt/Main am 22. Januar 2001 (Az: 9 E2537/00-1) gefällt. In dem dieser Entscheidung zugrundeliegendenFall war die Beihilfefähigkeit der Analogberechnung einereinflächigen, in Dentin-Adhäsivtechnik durchgeführtenRestauration nach GOZ-Nr. 215 (Einlagefüllung, einflächig)abgelehnt worden. Das Verwaltungsgericht stellte sich auf denStandpunkt, es fehle in diesem Fall an einer für die Analogieerforderlichen Regelungslücke. Zitat:

„Bezogen auf den vorliegenden Fall regeltdie GOZ-Ziffer 205 die Vergütung zahnärztlicher Leistungen imZusammenhang mit dem Füllen eines Zahnes mit plastischemFüllmaterial. Nichts anderes geschieht bei der hier streitigenFertigung einer Zahnfüllung in Dentin-Adhäsivtechnik, die imErgebnis nichts anderes darstellt als die Einbringung plastischenFüllmaterials in einen zu füllenden Zahn... EtwaigenBesonderheiten wie der ver-gleichsweise hohe zeitliche undinstrumentelle Aufwand bei der Einbringung der Komposit-Füllungenunter Anwendungen der Dentin-Adhäsivtechnik kann dahergebührenrechtlich nur über eine entsprechende Steigerung desGebührensatzes, gegebenenfalls bis zum 3,5-fachenGebührensatz, Rechnung getragen werden...“.

Fazit: Obwohl die Zahlder Gerichtsentscheidungen, die die Analogberechnung anerkennen,eindeutig überwiegt, gibt es immer wieder auch negativeEntscheidungen. Neben dem hier genannten Urteil liegen weitereälteren Datums von den Amtsgerichten Aschaffenburg, Gelnhausen undDachau vor. Auf jeden Fall sollten Sie daher Ihre Patienten vor derBehandlung auf mögliche Erstattungsschwierigkeiten hinweisen. EinMusterschreiben dazu haben wir in „Privatliquidationaktuell“ Nr. 4/2000 veröffentlicht, das Sie im Internet (www.iww.de) unter der Abrufnummer 011233 lesen und in Ihre Textverarbeitung herunterladen können.

Quelle: Privatliquidation aktuell - Ausgabe 03/2002, Seite 5

Quelle: Ausgabe 03 / 2002 | Seite 5 | ID 104704