logo logo
Meine Produkte: Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen. Anmelden
Menu Menu
MyIww MyIww
Jetzt testen

05.12.2008 |Privatliquidation

Positionen mit Konfliktpotenzial: GOZ-Nr. 621

Die GOZ-Nr. 621 hat zum Leistungsinhalt eine „Kontrolle des Behandlungsverlaufs oder Weiterführung der Retention einschließlich kleiner Änderungen der Behandlungs- oder Retentionsgeräte. Therapiekontrolle der gesteuerten Extraktion, je Sitzung“. Diese Position führt oft zu Erstattungsproblemen, wobei immer wieder behauptet wird, dass die Nr. 621 nur im Zusammenhang mit einer KFO-Behandlung berechnet werden kann.  

Gerade nicht während einer KFO-Behandlung berechenbar

Zunächst einmal ist es falsch, dass die GOZ-Nr. 621 während einer KFO-Behandlung berechnet werden darf. Dies ist im Gegenteil eindeutig ausgeschlossen, denn „neben den Leistungen nach den Nrn. 603 bis 608 sind Leistungen nach den Nrn. 619 bis 626 nicht berechnungsfähig“. Die einzige Ausnahme hiervon stellt die Kontrolle des Behandlungsverlaufs im Notdienst oder in Vertretungsfällen dar. Ein Zweitbehandler darf für seine durchgeführte Kontrolle die GOZ-Nr. 621 berechnen, auch wenn der Behandler, der die KFO-Behandlung durchführt, die Abschläge nach den GOZ-Nrn. 603 bis 608 abrechnet. 

Leistungsinhalte der GOZ-Nr. 621

Die Leistungsinhalte der GOZ-Nr. 621 sind vielmehr: 

 

1. Kontrolle des Behandlungsverlaufs

Ein Behandlungsverlauf im Sinne der GOZ-Nr. 621 ist entsprechend der Leistungsbeschreibung die Kontrolle der laufenden KFO-Behandlung, die nicht nach den GOZ-Nrn. 603 bis 608 durchgeführt wird. Damit KFO-Behandlungen nach den GOZ-Nrn. 603 bis 608 berechnet werden können, müssen die darin vorgeschriebenen Kriterien hinsichtlich der Zahl der bewegten Zahngruppen, dem Ausmaß der Zahnbewegungen sowie Art und Richtung der Zahnbewegungen während der KFO-Behandlung erfüllt werden. Wird die KFO-Behandlung zum Beispiel mit einer Mundvorhofplatte durchgeführt, können die GOZ-Nrn. 603 bis 608 dafür nicht berechnet werden, so dass für die Kontrolle die GOZ-Nr. 621 zum Ansatz kommt. 

 

2. Weiterführung der Retention

Zudem kann die Nr. 621 als Weiterführung der Retention je Sitzung berechnet werden. Als Retentionsphase gilt dann die Zeit im Anschluss an die Leistungen nach den Nrn. 603 bis 608, allerdings frühestens nach vier Jahren. 

 

3. Therapiekontrolle der gesteuerten Extraktion

Auch eine gesteuerte Extraktion stellt im engen Sinne eine KFO-Behandlungsmaßnahme dar, für die die GOZ-Nrn. 603 bis 608 nicht berechnet werden können. Hier gilt das Gleiche wie für die Behandlung mit einer Mundvorhofplatte: Die Kontrollsitzungen sind je Sitzung nach der GOZ-Nr. 621 abrechenbar. 

Quelle: Ausgabe 12 / 2008 | Seite 14 | ID 123301