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06.04.2011 |KFO-Abrechnung

Das Wichtigste zur KFO-Abrechnung nach der GOZ - Teil 4

Der letzte Teil unserer Beitragsserie zur KFO-Abrechnung befasst sich mit KFO-Leistungen, die nicht während einer aktiven KFO-Behandlung nach den GOZ-Nrn. 603 bis 608 abgerechnet werden können. Dabei handelt es sich um die GOZ-Nrn. 620 bis 626, neben denen eine gleichzeitige Abrechnung der GOZ-Nrn. 603 bis 608 ausgeschlossen ist.  

 

GOZ-Nr. 620 

Eingliedern von Hilfsmitteln zur Beseitigung von Funktionsstörungen (zum Beispiel Mundvorhofplatte) einschließlich Anweisung zum Gebrauch und Kontrollen 

Die GOZ-Nr. 620 kann einmal je Hilfsmittel abgerechnet werden, das zur Beseitigung von Funktionsstörungen dient. Diese Maßnahmen fallen meistens vor oder nach einer aktiven KFO-Behandlung nach den GOZ-Nrn. 603 bis 608 an. Hierzu zählen beispielsweise konfektionierte und individuelle Mundvorhofplatten sowie auch Abschirmgeräte, die Funktionsstörungen wie Daumenlutschen, Lippenbeißen und Zungenbeißen beseitigen sollen. Die Kosten für die eingegliederten Hilfsmittel sind zusätzlich entweder nach Maßgabe des § 9 GOZ oder als Ausnahme im Sinne des § 4 Abs. 3 GOZ abrechenbar. In der Regel fällt neben der GOZ-Nr. 620 die GOZ-Nr. 619 (Beratendes und belehrendes Gespräch mit Anweisungen zur Beseitigung von schädlichen Gewohnheiten und Dysfunktionen) zusätzlich an. 

 

Für die Berechnung der kieferorthopädischen Behandlung mit einer schiefen Ebene gibt es verschiedene Auffassungen und keine eindeutige Rechtsprechung. Die Behandlung kann demnach als aktive KFO-Behandlung nach den GOZ-Nrn. 603 bis 608 erfolgen, wobei ebenso auch die Abrechnung der GOZ-Nrn. 619 bis 623 denkbar ist.  

 

GOZ-Nr. 621 

Kontrolle des Behandlungsverlaufs oder Weiterführung der Retention einschließlich kleiner Änderungen der Behandlungs- oder Retentionsgeräte, Therapiekontrolle der gesteuerten Extraktion 

Die GOZ-Nr. 621 ist einmal je Sitzung abrechenbar. Zum Leistungsumfang zählen vor allem auch einzelne Kontrollsitzungen in Vertretungsfällen durch andere Behandler und auch die Kontrollbehandlung im Sinne einer weitergehenden Retention nach Ablauf der Vier-Jahres-Frist. Im Falle einer gesteuerten Extraktion fallen in der Regel zunächst auch keine Gebühren nach den GOZ-Nrn. 603 bis 608 an, sodass die GOZ-Nr. 621 in diesem Zusammenhang ebenso einmal je Kontrollsitzung abgerechnet werden kann. In den meisten Fällen handelt es sich bei der GOZ-Nr. 621 allerdings um Kontrollsitzungen nach Leistungen der GOZ-Nr. 620, 624, 625 und 626. 

 

GOZ-Nr. 622 

Vorbereitende Maßnahmen zur Herstellung von kieferorthopädischen Behandlungsmitteln (zum Beispiel Abformung, Bissnahme) 

Die vorbereitenden Maßnahmen sind einmal je Kiefer abrechenbar. Darunter fallen alle Maßnahmen, die der Vorbereitung zur Herstellung von Behandlungsmitteln dienen, zum Beispiel Abformung und einfache Bissnahme bei Diastema, Offenhalten einer Lücke und Einordnen eines Zahnes. Das heißt also auch, dass die GOZ-Nr. 622 bei bimaxillären Geräten insgesamt zweimal - einmal für den Ober- und einmal für den Unterkiefer - berechnet werden kann. Auch die GOZ-Nrn. 005 und 006 sind daneben zusätzlich abrechenbar, wenn eine Diagnose und Planung medizinisch notwendig ist. Nach den Maßnahmen der GOZ-Nr. 622 folgen in der Regel die Leistungen nach der GOZ-Nr. 623, wobei die Kontrollen nach der GOZ-Nr. 625 abgerechnet werden. 

 

GOZ-Nr. 623 

Eingliederung von kieferorthopädischen Behandlungsmitteln 

Die GOZ-Nr. 623 folgt in der Regel auf die vorbereitenden Maßnahmen nach der GOZ-Nr. 622 und ist ebenso einmal je Kiefer abrechenbar. Auch hier sind die Kosten für die eingegliederten Behandlungsmittel zusätzlich abrechenbar, und zwar entweder nach § 9 GOZ oder als Ausnahme im Sinne des § 4 Abs. 3 GOZ. 

 

GOZ-Nr. 624 

Maßnahmen zur Verhütung von Folgen vorzeitigen Zahnverlustes (Offenhalten einer Lücke) 

Die GOZ-Nr. 624 ist nicht wie im Bema einmal je Kiefer abrechenbar, sondern einmal je offen zu haltender Lücke, was mit der Eingliederung von festen oder auch herausnehmbaren Geräten einhergehen kann. Auch gilt für den vertragszahnärztlichen Bereich, dass nur herausnehmbare Geräte Kassenleistung sind, wohingegen festsitzende Geräte als reine Privatleistung abzurechnen sind. Da sich das Offenhalten der Lücke(n) in der Regel über einen längeren Zeitraum erstreckt, sind für die Kontrollen die GOZ-Nr. 621 abzurechnen. Die vorbereitenden Maßnahmen sind Leistungsinhalt der GOZ-Nr. 622. Weitere Leistungen wie Brackets und Bänder sind ebenfalls zusätzlich abrechenbar. 

 

GOZ-Nr. 625 

Beseitigung des Diastemas, als selbstständige Leistung 

Die chirurgische Vorbehandlung der Beseitigung des Diastemas ist Leistungsinhalt der GOZ-Nr. 328 (Lösen, Verlegen und Fixieren des Lippenbändchens und Durchtrennen des Septums bei echtem Diastema). Vorbereitende Maßnahmen zur Geräteherstellung sind Leistungsinhalt der GOZ-Nr. 622. Mit der GOZ-Nr. 625 sind Verlaufskontrollen und das Aktivieren von Behandlungsmitteln abgegolten.  

 

GOZ-Nr. 626 

Maßnahmen zur Einordnung eines verlagerten Zahnes in den Zahnbogen, als selbstständige Leistung 

Dieser kieferorthopädischen Leistung geht eine chirurgische Behandlung nach der GOZ-Nr. 326 voraus (Freilegen eines retinierten oder verlagerten Zahnes zur orthopädischen Einstellung). Die Leistung ist einmal je Zahn und nur als alleinige Leistung abrechenbar.  

Quelle: Ausgabe 04 / 2011 | Seite 15 | ID 143681