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04.06.2008 | Privatliquidation

GOZ-Entwurf: Implantologie – Teil 1

Unsere Präsentation des Arbeitsentwurfs zur neuen GOZ schließen wir in dieser und der nächsten Ausgabe mit den vorgesehenen Positionen für implantologische Leistungen nach dem neuen Abschnitt K ab. 

 

Allgemeine Hinweise

Die primäre Wundversorgung (zum Beispiel Reinigen der Wunde, Wundverschluss ohne zusätzliche Lappenbildung, ggf. einschließlich Periostschlitzung, ggf. einschließlich Fixieren eines plastischen Wundverbandes) wird auch nach der Neubeschreibung in den Allgemeinen Bestimmungen Bestandteil der Gebühren nach dem GOZ-Abschnitt K und somit nicht gesondert berechnungsfähig sein. 

 

Die verwendeten Implantate, Implantatteile und nur einmal verwendbare Implantatfräsen werden gesondert berechnungsfähig sein. Gleiches gilt für Knochenersatzmaterialien sowie Materialien zur Förderung der Blutgerinnung oder der Geweberegeneration sowie zum Verschluss von oberflächlichen Blutungen bei hämorrhagischen Diathesen. Nach wie vor fehlt die Berechnungsmöglichkeit für atraumatisches Nahtmaterial ebenso wie für allgemeine OP-Materialien, beispielsweise die sterile Abdeckung usw. 

 

Die Untersuchungsgebühr

Eine neue Leistung, die bisher Bestandteil der allgemeinen Untersuchungspositionen war, ist beschrieben in  

 

Nr. 900 

Klinische Untersuchung vor einer implantologischen Behandlung  

Diese Gebühr vergütet insbesondere die extraorale Untersuchung (etwa die Bestimmung der Lippenschlusslinie und des Profils), die intraorale Untersuchung (zum Beispiel Palpation der Kieferareale, Bestimmung der intermaxiliären Relation, Einschätzung der Kieferkammbreite und -höhe) sowie die Einschätzung gingivaler Risikofaktoren. Sie wird auch bei der Versorgung mit mehreren Implantaten nur einmal angesetzt werden dürfen. 

 

Neben der Leistung nach Nr. 900 werden die Untersuchungsgebühren nach Nrn. 002 und 002a (Eingehende bzw. symptombezogene Untersuchung) nicht berechnungsfähig sein. 

 

Therapie- und Kostenpläne

Nr. 901 

Erstellen eines schriftlichen Therapie- und Kostenplans zur implantologischen Behandlung nach Befundaufnahme einschließlich Aufklärung 

Nr. 902 

Erstellen eines schriftlichen Therapie- und Kostenplans zur implantologischen undepithetischen Behandlung bei Verlust eines oder mehrerer Gesichtsteile nach Befundaufnahme einschließlich Aufklärung 

Nr. 903 

Erstellen eines schriftlichen Therapie- und Kostenplans zur differenzierten Fortführung der implantologischen Behandlung mit Planung der Suprakonstruktion nach Befundaufnahme einschließlich Aufklärung 

Neben den Therapie- und Kostenplänen nach den Nrn. 901 bis 903 wird eine Gebühr für das Erstellen eines angeforderten schriftlichen Therapie- und Kostenplans nicht berechnungsfähig sein, auch wenn es sich um Behandlungsmaßnahmen aus anderen GOZ-Abschnitten und somit um andere zahnmedizinische Fachbereiche handelt. Auch die Nebeneinanderberechnung der Nrn. 901 bis 903 wird ausgeschlossen sein. 

 

Implantatbezogene Analyse

Nr. 905 

Implantatbezogene Analyse und Vermessung des Alveolarfortsatzes, des Kieferkörpers und der angrenzenden knöchernen Strukturen sowie der Schleimhaut, einschließlich metrischer – ggf. auch computergestützter – Auswertung von radiologischen Befundunterlagen, Modellen und Fotos zur Festlegung der Implantatposition, ggf. mit Hilfe einer individuellen Schablone, einschließlich Implantatauswahl, je Kiefer 

Eine computergesteuerte Analyse einer Computertomographie, einschließlich einer speziell nachfolgenden 3D-Rekonstruktion, insbesondere zur OP-Vorbereitung (Nr. 045) wird neben der Leistung nach Nr. 905 berechnungsfähig sein. 

 

Die Materialkosten bei Verwendung einer Röntgenmessschablone können gesondert angesetzt werden. 

 

Chirurgische Maßnahmen vor der Implantation wurden bisher gemäß § 6 Abs. 2 GOZ analog oder nach der GOÄ abgerechnet. Die neue GOZ sieht hierfür eigene Gebührenpositionen vor: 

 

Interner Sinuslift 

Nr. 911 

Geschlossene Sinusbodenelevation vom Kieferkamm aus (interner Sinuslift) 

Die Gebühr nach Nr. 911 beinhaltet folgende Leistungen: 

 

  • Schaffung des Zugangs durch das Implantatfach
  • Anhebung des Kieferhöhlenbodens durch knochenverdrängende oder knochenverdichtende Maßnahmen und der Kieferhöhlenmembran
  • Entnahme von Knochenspänen innerhalb des Aufbaugebietes des Implantatfaches und Einbringen von Aufbaumaterial (Knochen und/oder Knochenersatzmaterial)

 

Neben den Gebühren für einen externen Sinuslift (Nr. 912), einer Resektion von Knochensepten (Nr. 913) oder ein Bone Splitting (Nr. 916) wird die Gebühr für den internen Sinuslift für dieselbe Implantatkavität nicht berechnet werden dürfen. 

 

Externer Sinuslift

Nr. 912 

Sinusbodenelevation durch externe Knochenfensterung (externer Sinuslift), je Kieferhälfte 

Folgende Leistungen sind Bestandteil dieser Gebühr: 

 

 

  • Schaffung des Zugangs zur Kieferhöhle durch Knochenfensterung (auch Knochendeckel)
  • Präparation der Schneider´schen Membran
  • Anhebung des Kieferhöhlenbodens und der Schneider´schen Membran
  • Lagerbildung und ggf. Entnahme von Knochenspänen innerhalb des Aufbaugebietes
  • Einbringen von Aufbaumaterial (Knochen bzw. Knochenersatzmaterial)
  • ggf. Einbringen resorbierbarer oder nicht resorbierbarer Barrieren – einschließlich Fixierung
  • ggf. Reposition des Knochendeckels, Verschluss der Kieferhöhle und Wundverschluss

 

Die Leistung nach der Nr. 912 ist für eine Kieferhälfte nicht neben der Leistung nach der Nr. 917 (GTR/GBR) berechnungsfähig. 

 

Resektion von Knochensepten

Nr. 913 

Resektion von Knochensepten im Rahmen einer Leistung nach Nr. 912, zusätzlich zur Leistung nach Nr. 912 

Für die Berechnung dieser Gebühr wird vorausgesetzt, dass durch die Resektion von Septen das operative Vorgehen wesentlich verändert wird, wie etwa bei Notwendigkeit eines zweiten operativen Zugangs. 

 

Augmentation

Nr. 914  

Aufbau des Alveolarfortsatzes durch Augmentation ohne zusätzliche Stabilisierungsmaßnahmen, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich 

 

Neben der Leistung nach Nr. 914 sind die Leistungen nach den Nrn. 916 und 917 nicht berechnungsfähig. 

Nr. 914a 

Wird die Leistung nach Nr. 914 in derselben Kieferhälfte neben der Leistung nachNr. 911 erbracht, ist die Hälfte der Gebühr der Nr. 914 berechnungsfähig. 

 

Wird die Leistung nach Nr. 914 in derselben Kieferhälfte neben der Leistung nachNr. 912 erbracht, ist ein Drittel der Gebühr der Nr. 914 berechnungsfähig. 

Nr. 925 

Fixation oder Stabilisierung des Augmentates durch Osteosynthesemaßnahmen(zum Beispiel Schrauben- oder Plattenosteosynthese), zusätzlich zu den Leistungen nach den Nrn. 914 oder 914a, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich 

Die Gebühr nach Nr. 914 beinhaltet folgende Leistungen: 

 

  • Lagerbildung, Glättung des Alveolarfortsatzes
  • Entnahme von Knochen innerhalb des Aufbaugebietes
  • Einbringung von Aufbaumaterial (Knochen und/oder Knochenersatzmaterial) und Wundverschluss mit vollständiger Schleimhautabdeckung ggf. einschließlich Einbringung resorbierbarer oder nicht resorbier-barer Barrieren einschließlich einfacher Lappenplastiken

 

Für die Glättung des Alveolarfortsatzes im Bereich des Implantatbettes wird die Nr. 914 nicht angesetzt werden dürfen. Eine Gebühr für Bone Splitting (Nr. 916) und GTR/GBR (Nr. 917) wird neben der Augmentationsgebühr nicht berechnungsfähig sein.  

 

Quelle: Ausgabe 06 / 2008 | Seite 3 | ID 119713