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01.12.2007 | Privatliquidation

GOZ-Entwurf: Die chirurgischen Leistungen

Im Rahmen der Vorstellung des Arbeitsentwurfs zur neuen GOZ befassen wir uns diesmal mit den chirurgischen Leistungen nach dem neuen GOZ-Abschnitt D. Auffallend ist das Fehlen eines Operationszuschlages bei Leistungspositionen, die aus der GOÄ gleich bewertet in die GOZ übernommen werden sollen. Weitere Neuerung: Bestandteil der Leistungen nach Abschnitt D und nicht gesondert berechnungsfähig sind entsprechend der Neubeschreibung in den Allgemeinen Bestimmungen: 

 

  • die Schaffung des operativen Zugangs sowie
  • die primäre Wundversorgung (zum Beispiel Reinigen der Wunde, Glätten des Knochens, Umschneidung, Tamponieren, Wundverschluss ohne zusätzliche Lappenbildung, gegebenenfalls einschließlich Periostschlitzung, gegebenenfalls Fixieren eines plastischen Wundverbandes).

 

Nach wie vor gilt, dass Knochenersatzmaterialien sowie Materialien zur Förderung der Blutgerinnung oder zum Verschluss von oberflächlichen Blutungen bei hämorrhagischen Diathesen gesondert berechnungsfähig sind. 

 

Die Extraktionsgebühren

Nr. 300 

Entfernen eines einwurzeligen Zahnes, eines Wurzelrestes oder Implantates 

Nr. 301 

Entfernen eines mehrwurzeligen Zahnes und/oder von Wurzelresten dieses Zahnes 

Nr. 302 

Entfernen eines tieffrakturierten Zahnes 

Diese Gebühren lassen erkennen, dass für das Entfernen von Wurzelresten ebenfalls eine dieser Gebühren-Nummern zum Ansatz kommen wird. 

 

Die chirurgische Wundrevision

Nr. 303 

Chirurgische Wundrevision (zum Beispiel Glätten des Knochens, Kürettage, Drainage, Wundspaltung, Naht) als selbstständige Leistung in einer gesonderten Sitzung, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich 

Diese Gebühr wird angesetzt, wenn die „normalen“ Nachbehandlungsmaßnahmen nicht greifen und es zu Wundheilungsstörungen kommt, die eine „Neugestaltung der Wunde“ im Sinne eines chirurgischen Eingriffs – in der Regel unter Anästhesie – notwendig machen. 

 

Weitere Positionen für die Berechnung von Zahnentfernungen

Nr. 304 

Entfernen eines Zahnes oder Implantates durch Osteotomie 

Nr. 305 

Hemisektion und Teilextraktion eines mehrwurzeligen Zahnes 

Nr. 305a 

Prämolarisierung eines mehrwurzeligen Zahnes 

Nr. 306 

Entfernen eines tief verlagerten und/oder retinierten Zahnes, Zahnkeimes oderimpaktierten Wurzelrestes durch Osteotomie 

Nr. 306a 

Entfernen eines extrem verlagerten und/oder extrem retinierten Zahnes durchumfangreiche Osteotomie bei gefährdeten anatomischen Nachbarstrukturen 

Bei Nr. 306 fällt die Zusammenführung verschiedener Leistungen wie auch die Aufnahme weiterer Maßnahmen in die Leistungsbeschreibung auf (Entfernen eines Zahnkeims, impaktierter Wurzelrest). Die Nr. 306a wurde aus der GOÄ übernommen, allerdings einen Operationszuschlag – wie zum Beispiel der GOÄ-Zuschlag 443 zur GOÄ-Nr. 2650 – sieht die neue GOZ nicht vor. 

 

Das Stillen übermäßiger Blutungen

Nr. 307 

Stillung einer übermäßigen Blutung 

Nr. 308 

Stillung einer übermäßigen Blutung durch Abbinden oder Umstechen eines Gefäßes oder durch Knochenholzung 

Hierbei gilt: Die Leistung nach Nr. 307 wird im zeitlichen Zusammenhang mit einem chirurgischen Eingriff nur berechnungsfähig sein, wenn für die Stillung der übermäßigen Blutung ein erheblicher zusätzlicher Zeitaufwand wegen besonderer und aufwändiger Maßnahmen erforderlich war, wie zum Beispiel Tamponade mit Naht. Allerdings: Ein chirurgischer Eingriff ist als vorausgehende Maßnahme in der Leistungsbeschreibung nicht genannt, also kann diese Gebühr auch bei Stillung von übermäßigen Blutungen – zum Beispiel nach Unfällen – angesetzt werden. 

 

Die Vergütung von Nachbehandlungsmaßnahmen

Nr. 309 

Nachbehandlung nach chirurgischem Eingriff (zum Beispiel Entfernen von Fäden und Verbänden, Wundsäuberung, Tamponieren, Wiedereingliederung einer Verbandsplatte), je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich, als selbstständige Leistung, je Sitzung 

Hier fällt auf, dass auch die Wiedereingliederung einer Verbandsplatte mit der Gebühr abgegolten sein wird und somit eine gesonderte Gebühr hierfür nicht vorgesehen ist. Sämtliche Nachbehandlungsmaßnahmen, die in einer Sitzung erbracht werden müssen, sollen mit dem einmaligen Ansatz der Nr. 309 abgegolten sein. Eine Leistung nach Nr. 309 wird nicht neben den Leistungen nach dem Nrn. 303, 307 oder 308 berechnungsfähig sein, soweit die Nachbehandlungen in derselben Sitzung an derselben Stelle erfolgen. 

 

Chirurgische Maßnahmen an der Mundschleimhaut

Nr. 310 

Exzision von Mundschleimhaut oder Granulationsgewebe 

Nr. 311 

Exzision einer Schleimhautwucherung (zum Beispiel lappiges Fibrom, Epulis) 

Nr. 008 

Eröffnung eines oberflächlichen, unmittelbar unter der Haut oder Schleimhaut gelegenen Abszesses 

Eine Leistung nach Nr. 310 wird in derselben Sitzung für dasselbe Gebiet neben einer anderen chirurgischen Leistung oder neben Leistungen nach den Nrn. 401 bis 404 (geschlossenes bzw. offenes Vorgehen bei der Parodontitis-therapie) nicht berechnungsfähig sein. Eine Leistung nach Nr. 311 wird in derselben Sitzung für dasselbe Operationsgebiet neben einer anderen chirurgischen Leistung nicht berechnungsfähig sein, aber mehrmals je Kiefer, wenn es sich um getrennte Operationsgebiete handelt. 

 

Weitere chirurgische Leistungspositionen

Nr. 312 

Plastischer Verschluss einer eröffneten Kieferhöhle durch Schleimhautplastik als selbstständige Leistung oder in Verbindung mit einer Extraktion 

Nr. 313 

Plastischer Verschluss einer eröffneten Kieferhöhle durch Schleimhautplastik in Verbindung mit Osteotomie 

Nr. 314 

Trepanation des Kieferknochens 

Nr. 315 

Sequestrotomie durch Osteotomie aus dem Kiefer 

 

Die Gebühren für die Wurzelspitzenresektionen

Nr. 316 

Wurzelspitzenresektion an einem Frontzahn 

Nr. 317 

Wurzelspitzenresektion an einem Seitenzahn, einschließlich der ersten resezierten Wurzelspitze 

Nr. 318 

Wurzelspitzenresektion am selben Seitenzahn, sofern durch denselben Zugang erreichbar, je weitere Wurzelspitze 

Eine Wurzelspitzenresektion an einer Wurzelspitze in derselben Sitzung an demselben Seitenzahn die über einen anderen operativen Zugang erfolgt, wird nach Nummer 317 berechnungsfähig sein. Diese Regelung entspricht den Bestimmungen des Bema 2004. 

 

Die Gebühren für Reimplantation und Transplantation

Nr. 319 

Reimplantation eines Zahnes, gegebenenfalls einschließlich einfacher Fixation an den benachbarten Zähnen 

Nr. 321 

Transplantation eines Zahnes, einschließlich operativer Schaffung des Knochenbettes 

 

Zystenoperationen

Nr. 330 

Operation einer Zyste durch Zystektomie 

Nr. 330a 

Operation einer ausgedehnten Kieferzyste – über mehr als drei Zähne oder vergleichbarer Größe im Unbezahnten Bereich – durch Zystektomie 

Nr. 331 

Operation einer Zyste durch Zystostomie 

Nr. 331a 

Operation einer ausgedehnten Kieferzyste – über mehr als drei Zähne oder vergleichbarer Größe im Unbezahnten Bereich – durch Zystostomie 

Nr. 332 

Operation einer Zyste durch Zystektomie in Verbindung mit einer Osteotomie oder Wurzelspitzenresektion 

Nr. 332a 

Operation einer ausgedehnten Kieferzyste – über mehr als drei Zähne oder vergleichbarer Größe im Unbezahnten Bereich – durch Zystektomie in Verbindung mit der Entfernung retinierter oder verlagerter Zähne und/oder Wurzelspitzenresektion  

Nr. 333 

Operation einer Zyste durch orale Zystostomie in Verbindung mit einer Osteotomie oder Wurzelspitzenresektion 

Nr. 333a 

Operation einer ausgedehnten Kieferzyste – über mehr als drei Zähne oder vergleichbarer Größe im Unbezahnten Bereich – durch Zystostomie in Verbindung mit der Entfernung retinierter oder verlagerter Zähne und/oder Wurzelspitzenresektion 

Dem Bema entlehnt ist die Regelung, dass das Entfernen von Granulationsgewebe und kleinen Zysten nicht nach den Nrn. 330 bis 333 berechnungsfähig sein werden.  

 

„Restliche“ Positionen für die Berechnung chirurgischer Maßnahmen

Nr. 335 

Operative Entfernung eines Schlotterkammes oder einer Fibromatose, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich als selbstständige Leistung 

Nr. 335a 

Korrektur (Lösen, Verlängern, Verlegen und/oder Fixieren) von Lippen-, Wangen- oder Zungenbändern sowie störenden Muskelansätzen, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich 

Nr. 337 

Knochenresektion am Alveolarfortsatz zur Formung des Prothesenlagers im Frontzahnbereich oder in einer Kieferhälfte, als selbstständige Leistung, je Sitzung 

Nr. 341 

Alveolotomie; Knochenresektion am Alveolarfortsatz zur Formung des Prothesenlagers in Verbindung mit Extraktionen von mehr als vier nebeneinander stehenden Zähnen, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich 

Nr. 338 

Partielle Vestibulum- oder Mundbodenplastik oder große Tuberplastik, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich 

Nr. 338a 

Totale Mundboden- oder Vestibulumplastik zur Formung des Prothesenlagers mit partieller Ablösung der Mundbodenmuskulatur, je Kiefer 

Nr. 338b 

Submuköse Vestibulumplastik, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich, als selbstständige Leistung 

Nr. 339 

Tuberplastik, einseitig 

Nr. 340 

Korrektur (Lösen, Verlängern, Verlegen und/oder Fixieren) des Lippenbändchens bei echtem Diastema mediale 

Nr. 343 

Freilegung eines retinierten und/oder verlagerten Zahnes zur kieferorthopädischen Einstellung 

Nr. 350 

Anlegen einer Verbandsplatte am Ober- und Unterkiefer 

Nr. 351 

Chirurgische Maßnahmen zur Kronenverlängerung mit Knochenabtrag, je Zahn 

Nr. 319a 

Reposition und Stabilisierung eines teilluxierten Zahnes 

Nr. 334 

Reposition und Stabilisierung eines Zahntragenden Bruchstücks des Alveofortsatzes 

Nr. 334a 

Reposition und Stabilisierung bei nicht dislozierter Kieferfraktur durch Osteosynthese 

 

Die Leistung nach Nr. 337 wird berechnungsfähig sein, wenn sie nicht im zeitlichen Zusammenhang mit dem Entfernen von Zähnen oder einer Osteotomie erbracht wird. Sie wird nicht berechnungsfähig sein, wenn eine Osteotomie in derselben Sitzung in derselben Kieferhälfte oder dem Frontzahnbereich erfolgt. Nur wenn das Septum durchtrennt ist, kann die Leistung nach Nr. 340 berechnet werden. 

 

Auch hier fällt auf, dass für die aus der GOÄ übernommenen Gebührenpositionen ein OP-Zuschlag nicht vorgesehen ist. 

 

In der nächsten Ausgabe stellen wir die geplanten Gebührenpositionen für die Berechnung von Leistungen bei Erkrankungen der Mundschleimhaut und des Parodontiums vor. 

Quelle: Ausgabe 12 / 2007 | Seite 8 | ID 116098