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Leserforum

Sie fragen, wir antworten!

In diesem Beitrag beantworten wir Fragen unserer Leser.

Abrechnung eines Veneers im Frontzahnbereich?

Frage: „Mit welchen Leistungen können wir bei einem Privatpatienten ein Veneer im Frontzahnbereich abrechnen?“

Antwort: Einezutreffende Gebührenposition ist im Gebührenverzeichnis derGOZ nicht vorhanden. Die Berechnung erfolgt daher analog, denn eshandelt sich um eine neu eingeführte Leistung im Sinne des §6 Absatz 2 GOZ. Es bietet sich der analoge Ansatz der GOZ-Nr. 222(Teilkrone) an.

Wie erfolgt die Berechnung von Unverträglichkeitstests?

Frage: „Inletzter Zeit häufen sich die Anfragen der Patienten nach diversenMaterialproben für Allergietests. Es werden teilweise alle Artenvon Füllungsmaterialien und Aufbauzementen verlangt. Weder in derGOZ noch in der GOÄ sind für eine derartige Erstellung vonMaterialproben Abrechnungspositionen vorhanden. Könnten Siemitteilen, wie die Anfertigung der Proben zu berechnen ist?“

Antwort: DieVergütung von Materialunverträglichkeitstests ist in der Tatweder in der GOZ noch der GOÄ geregelt. Unseres Erachtens ist dieBerechnung eines vorher vereinbarten Festbetrages für diese„Leistung auf Verlangen“ unter Anwendung des § 2 Abs.3 GOZ möglich.

Abbruch der Behandlung: Abrechnung der erbrachten Teilleistungen?

Frage: „Beieinem Patienten ist eine VMK-Krone an Zahn 16 geplant (Nr. 221abzüglich Nr. 20b). Die alte vorhandene Krone wurde entfernt, dieNachpräparation ist erfolgt. Vor der Abdrucknahme bricht derPatient die Behandlung ab. Meine Frage: Ist die Abrechnung nachBema-Nr. 22 (für 20b) oder GOZ-Nr. 223 (für 221)zulässig, da die entsprechenden Teilleistungen erbrachtwurden?“

Antwort: Da Siefür eine VMK-Krone einen höheren Präparationsaufwandhaben als für die Vollgusskronen-Präparation, können Siedie Teilleistung nach Bema-Nr. 22 (halbe Bewertungszahl nach Nr. 20 b)zu Lasten der GKV abrechnen und dem Patienten die Differenz zwischender GOZ-Nr. 223 und der Teilleistungs-Bewertung nach Nr. 20 bzuzüglich des sich aus der GKV-Abrechnung ergebendenVersichertenanteils in Rechnung stellen.

Software-Bildbearbeitung bei digitalem Röntgen berechnungsfähig?

Frage: „Bestehtdie Möglichkeit, bei digitalem Röntgen dieSoftware-Bildbearbeitung und Auswertung gesondert, eventuell analogabzurechnen?“

Antwort: Die Höhedes Leistungsfaktors für die Erbringung „technischer“Leistungen in der Zahnarztpraxis ist durch die Vorschriften derGOÄ begrenzt. Auch kann die Gebührenhöhe perVereinbarung nach § 2 Abs. 1 GOZ nicht „abgedungen“werden. Da die Radiovisiografie und andere Röntgenverfahren mitelektronischen Sensoren neue Verfahren sind, die nach demIn-Kraft-Treten der GOZ 1988 entwickelt wurden, steht einerAnalogberechnung gemäß § 6 Abs. 2 GOZ unseres Erachtensnichts im Wege. So bietet sich als Analogposition zum Beispielzusätzlich zur GOÄ-Nr. 5004 (Panoramaschichtaufnahme derKiefer) die Berechnung der GOÄ-Nr. 5335 (Zuschlag ... beicomputergestützter Analyse und Abbildung) an. Auch ist gegen dieBerechnung anderer Analogpositionen für das digitale Röntgennichts einzuwenden.

Berechnung zweier Implantate und einer Krone auf einem Implantat?

Frage:Beieinem Privatpatienten werden zwei Implantate im Oberkiefer mit Hilfeeines Sinuslifts inkorporiert. Weiterhin wird bei Zahn 45 eine Kroneauf einem Implantat angefertigt. Die PKV schreibt zum aufgestellten HKP(von einem Zahnarzt und einem Kiefer-chirurgen eingereicht, Sinusliftund Suprakonstruktion von getrennten Behandlern):

‘Die Ziffern Ä2442 und Ä2255können wir mit einem Gesamtbetrag von 374,56 EUR zunächstnicht zusagen, da die Maßnahmen unseres Erachtens durch dasZielleistungsprinzip bereits mit der Ziffer Ä2730 abgegoltenwerden. Demzufolge haben wir die Ziffer 444 in die dafürvorgesehene Ziffer Ä443 umgewandelt. Die Differenz in Höhevon 22,08 EUR können wir daher ebenfalls nicht zusagen. Die Ziffer221 haben wir in die dafür vorgesehene Ziffer 220 umgewandelt, daes sich um Kronen auf Implantaten handelt. Die Differenz in Höhevon 69,84 EUR können wir daher nicht übernehmen. Des weiterenkönnen wir die Ziffer 505 in Höhe von 64,03 EUR nichtzusagen, da sie nur ansetzbar ist, wenn die begonnene Versorgung mitKronen nicht zum Abschluss gebracht, sondern vorzeitig abgebrochenwird.’

Antwort: DieGOÄ-Nr. 2442 ist nach einer Stellungnahme derBundeszahnärztekammer vom 12. Mai 2000 für den Einsatz vonalloplastischem Material im Rahmen implantologischer Leistungen alsselbstständige Leistung berechenbar. Wird in einer anderen Regionautologer Knochen verpflanzt, fällt hierfür die GOÄ-Nr.2255 (Freie Verpflanzung eines Knochens oder von Knochenteilen[Knochenspäne]) an.

Die Glättung des Alveolarfortsatzes imBereich des Implantatbetts löst keine eigene Gebührenpositionaus. Sind zur Rekonstruktion des Alveolarfortsatzes besondersumfangreiche Modellationen des Augmentats notwendig, rechtfertigt diesden Ansatz der GOÄ-Position 2730 (Operative Maßnahmen zurLagerbildung beim Aufbau des Alveolarfortsatzes, je Kieferhälfteoder Frontzahnbereich).

Zur Kronengebühr ist festzustellen, dass beikonfektionierten Systemen die GOZ-Nrn. 220 bzw. 500 in Frage kommen,und – wenn tatsächlich präpariert und abgeformt wurde– entsprechend der Leistungslegende die GOZ-Nr. 221 bzw. Nr. 501berechnet werden kann. Die Berechnungsfähigkeit von Teilleistungennach GOZ-Nr. 505 neben Langzeitprovisorien hatte das LG Kölnbereits im Urteil vom 22. Mai 1996 (Az: 25 O 242/93) bestätigt.

Abrechnung einer Whitestrip-Behandlung?

Frage: „Wirmöchten unseren Patienten in unserer Praxis die Behandlung mit denWhitestrips für die Zahnaufhellung gerne anbieten. Wie könnenwir den Patienten die gesamte Whitestrip-Behandlung in Rechnungstellen?“

Antwort: Auch fürdiese neue Applikationsform gilt wie für alleAufhellungstherapien, dass die Indikationsstellung und die Kontrolleder Therapie vom Zahnarzt erfolgen muss, um eineunsachgemäße Anwendung durch den Patienten zu verhindern.Die Applikation von lokal anwendbarem Bleaching-Gel mittelsKunststofffolie ist eine „Verlangensleistung“. Die GOZenthält keine Berechnungsmöglichkeit für das Bleaching.

Das Bleichen von Zähnen im Sinne einer reinkosmetischen Reinigung ist eine medizinisch nicht notwendige Leistung.Zahnmedizinisch nicht notwendige Leistungen, die weder in der GOZ nochin der GOÄ enthalten sind, und deren Vergütung müssen ineinem Heil- und Kostenplan schriftlich nach § 2 Abs. 3 GOZvereinbart werden.

Ist die GOÄ-Nr. 6 nicht abrechenbar, weil GOZ-Ziffern zur Verfügung stehen?

Frage: „Vonder Beihilfestelle wurde die Nr. Ä6 zweimal gestrichen – mitder Bemerkung: ‘Nach der Entscheidung derBundeszahnärztekammer vom 5. Dezember 2001 ist die GOÄ-Nr. 6nicht berechnungsfähig. Es stehen Ziffern der GOZ zur Abrechnungzur Verfügung.’ Ich bitte um Stellungnahme.“

Antwort: Die GOZ besagt in § 6 Abs. 1: „Erbringtder Zahnarzt Leistungen, die in den Abschnitten B I und II, C, D ...sowie O des Gebührenverzeichnisses für ärztlicheLeistungen – Anlage zur Gebührenordnung für Ärztevom 12. November 1982 – aufgeführt sind, sind dieVergütungen für diese Leistungen nach den Vorschriften derGebührenordnung für Ärzte in der jeweils geltendenFassung zu berechnen.“ Hieraus ergibt sich, dass bei derBerechnung der Gebühren aus der GOÄ die entsprechendenLeistungen der GOÄ 1982 in den genannten Abschnitten heranzuziehensind.

Da in der GOÄ 1982 die allgemeinen Leistungenin den Abschnitten BI und BII zusammengefasst waren und seit 1996 jetztin sechs Abschnitten verteilt wurden, müssen die Leistungen ausall diesen Abschnitten abrechenbar sein. Andernfalls würden eineVielzahl von Leistungen, die täglich erbracht werden, nicht mehrabrechenbar sein.

Die Berechnung von Beratungs- undUntersuchungsgebühren nach den Nrn. 1 bis 6 GOÄ ist eineselbstverständliche und alltägliche Abrechnungspraxis. Eine„Entscheidung“ der Bundeszahnärztekammer zu dem Ansatzvon Untersuchungs- und Beratungsgebühren aus der GOÄ wurdebislang nicht veröffentlicht; sie ist uns auch nicht bekannt.

Ist die laborgefertigte Implantatschablone bereits mit GOZ-Nr. 900 honoriert?

Frage: „Ist das Honorar für eine laborgefertigte Implantatschablone bereits in der GOZ-Nr. 900 enthalten oder nicht?“

Antwort:Leistungsinhalt der GOZ-Nr. 900 sind die Patientenbeurteilung,Untersuchung und Analyse des Mundzustandes für die Einbringungeiner Implantation, Vermessung des Alveolarfortsatzes und seinerSchleimhautbereiche, Ausmessung und implantatbezogene Analyse vonRöntgenaufnahmen und die implantatbezogene Beurteilung vonPlanungsmodellen und Prüfkörpern (Schablonen).

Neben der für diese zahnärztlichenLeistungen vorgesehenen Gebühr werden die dem Zahnarzttatsächlich entstandenen zahntechnischen Leistungen (Material- undLaborkosten) berechnet. Weder in der Leistungsbeschreibung noch ineiner GOZ-Abrechnungsbestimmung steht geschrieben, dass mit demzahnärztlichen Honorar nach GOZ-Nr. 900 die Material- undLaborkosten abgegolten sind.

Quelle: Privatliquidation aktuell - Ausgabe 09/2002, Seite 13

Quelle: Ausgabe 09 / 2002 | Seite 13 | ID 104747